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Der jüdische Student · 1920-06-01 · Heft 3 (Juni 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 3 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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152 Schaffung einer Weltorganisation der zionistischen Studentenschaft Die Schaffung einer Weltorganisafion der zionistischen Studentenecliaffi*) Der Gedanke der Zusammenfassung der zionistischen Studentenschaft aller Länder in einer Weltorganisation ist schon oftmals erörtert worden; besonders waren es stets die niederländischenZionisten, welche sich dafür einsetzten. Vor einiger Zeit ist nunmehr die „N e d e r - landsche Zionistische Stüde nten-Organiatie" offiziell an die zionistischen Studentenverbände aller Länder, so auch an uns mit der Aufforderung herangetreten, mit den Vorarbeiten zur Schaffung einer derartigen Weltorganisation zu beginnen und die endgültige Form der neuen Organisation während des ersten Zionistenkongresses nach dem Kriege festzulegen. Sie läßt uns folgende Ausführungen über ihr „Projekt für die zionistische Studentenorganisation" zugehen: Zweckumschreibung: Eine Organisation aller zionistischen Studenten und Studierten in der Welt ist erwünscht zur Erreichung folgender Zwecke: 1. Verstärkung der Bande zwischen den Zionistischen Studenten der ganzen Welt, in dem sie sich kennen und sich dadurch gegenseitig besser schätzen lernen. 2. Bessere Vorbereitung für diejenigen, die nach Palästina gehen wollen, für den sie erwartenden Wirkungskreis. 3. Zentralisierung der Arbeit, die jetzt in Vereinen, wie in dem Verein Zionistischer Ingenieure in Amerika, Verein Zionistischer Natur- und" Heilkundiger in Holland, Verein Zionistischer Techniker in Holland usw. zerstreut geschieht, also die Ansammlung von Material und die Ausarbeitung von Problemen und Projekten im Zusammenhang mit dem Aufbau Palästinas. 4. Das Fungieren als Zwischenperson zwischen den Zionistischen Studenten einerseits und dem Londoner Büro und Palästina andererseits. 5. Das Studieren der Lösung von Problemen für die Juden im Golus, sowie Emigration,* Autonomie und dergl. Erläuterungen: ad. 1. Nichts ist so ersprießlich zum Ueberbrücken der Kluft zwischen dem Ost- und Westjudentum als ein gegenseitiges Bekanntwerden. Und alles, was aus dieser größeren Wertschätzung zwischen den jüdischen Intellektuellen hervorfließt, wird eine schnellere Verbrüderung des ganzen jüdischen Volkes ermöglirhen. ad. 2. Bei der weitdurchgeführten Spezialisierung in fast jedem akademischen Beruf muß die Erwählung Palästinas als künftige nationale Heimstätte von großem Einfluß auf unser Studium sein, eine besondere Spezialisierung ist wünschenswert. Ein Jurist, der mohammedanisches Recht, ein Arzt, der tropische Krankheiten kennen soll, ein Ingenieur, der in ganz andere und weniger geordnete Verhältnisse kommt als in europäischen Ländern und der von Anfang an aufbauen muß, ein Agronom, der sich mit ganz besonderen Kulturen wird beschäftigen müssen, sie alle haben nicht nur ein ganz spezielles Studium notwendig, sondern, um für ihre spätere Aufgabe gut gerüstet zu sein, werden sie auch eine Menge Daten verarbeiten müssen, welche nur im Zusammenarbeiten vieler zu haben sein werden. Eine Zentralstelle, welche diese Daten sammelt und sammeln läßt und eine Zeitschrift, welche diese in lesbarer Form zur Verfügung stellt, ist hierzu sehr erwünscht. Dadurch wird man dem Umstände vorbeugen können, daß jeder für ein Spezialstudium aufs neue Daten sammeln muß, die schon früher, zusammengestellt worden waren. *) Das Präsidium, das mit der niederländischen Sludentenorganisation schon seit längerer Zeit in schriftlichem Gedankenaustausch steht und sich durch Bundesbruder Platz auf verschiedenen ihrer Tagungen hat vertreten lassen, macht die folgenden Mitteilungen. B. C.

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