Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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i28 Rundschreiben des Erziehungsressorts Wenn Erziehung tätiges Eingreifen in das jüdische Leben der einzelnen Bundesbrüder bedeutet, so ist es für eine Zentralstelle ganz unmöglich, diese Aufgabe zu erfüllen, weil ihr ein persönliches aktives Eingreifen versagt ist. Es b eibt infolgedessen nichts weiter* übrig, als sich auf eine Reihe von Bundesbrüdern zu stützen, d;e einerseits persönlich am Erziehungsleben der Korporationen teilnehmen, und die dem Erziehungsressort auf der anderen Seite mit Rat und Tat beistehen. Nur so kann es dem Ressort selber möglich sein, gewisse zentrale Aufgaben zu erfüllen und den Kontakt mit den Korporationen und den dem Erziehungsressort beigegebenen Bundesbrüdern in der Provinz aufrecht zu erhalten. Wir haben uns infolgedessen entschlossen, zunächst einen erweiterten Beirat in der ganzen Provinz zu schaffen, der sich aus folgenden Bundesbrüdern zusammensetzt: Walter Eichenberg, Oöttingen, Gronerstr. 45 Franz L i 11 a u e r, Leipzig, Kreuzstr. 1 Erich Fromm, Heideiberg, Bergheimerstr.61 Fritz O o i t e i n, Frankfurt, Rückertstr. 48 Aron I s s e r 1 i n, München, Haberlstr. 4 Hermann Weil, Freiburg-Br., Stadtstr. 59 Franz Meyer, Breslau, Zimmerstr. 10 Julius Lewinsohn, Königsberg, Roßgarter Markt 7-8 Richard Walzer, Berlin, Barbarossastr. 53 Richard A b ra m c zy k, Berlin, Hohenzolierndamm 205 bei Conitzer Ernst Simon I, Berlin, Tauentzienstr. 12b Ernst Wreczinski, Berlin, Leibnizstr. 5. Zwei oder drei von ihnen haben uns eine Antwort noch nicht erteilt, während sich die anderen zur Mitarbeit bereiterklärt haben. Als Grundlage unserer Erziehung kann das Kartell durchaus das B u c h h o 1 z ' s c h e Referat ansehen. Darüber hinaus muß aber zu einer weiteren Konkretisierung geschritten werden. Die wichtigste Frage erscheint uns im Augenblick die nach der Methodik unseres Unterrichtes, überhaupt eine Frage, über die vielerlei Meinungen bestehen. Ich greife z B. den Geschichtsunterricht heraus, über dessen Zweck, Umfang, Anlage die weitgehendsten Meinungsverschiedenheiten im Kartell bestehen dürften. Einige sehen im Geschichtsunterricht nur eine Art Repititorium, da wir gründliches in dieser Hinseht doch nicht leisten können. Sie beschränken sich auf mehr oder weniger gründliche Darstellungen und Daten. Anderen wiederum kommt es auf die gründliche Herrausschälung eines Keilgebietes an, um an ihm Wesen und Sinn der jüdischen Geschichte aufzuzeigen. Hier setzt nun meine erste Bitte um Mitarbeit an. Versucht möglichst zahlreich Eure Auffassung von Zweck und Ziel des Geschichtsunterrichtes darzustellen, möglichst auch mit Hinweisen auf geeignete Literatur. Wir wollen dann