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Der jüdische Student · 1920-06-01 · Heft 3 (Juni 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 3 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Rundschreiben des Erziehungsressorts . 129 diese Einläufe zusammenfassen und einer möglichst fruchtbaren Diskussion unterbreiten. Gelingt dieser Plan, so soll*er sich auf weitere Gebiete, Palästinaunterricht, K.J.V.-Unterricht usw. erstrecken. Auch hier bestehen nach wie vor die größten Meinungsverschiedenheiten, und der Unterricht wird in den einzelnen Korporationen vollkommen individualistisch geleitet. Selbstversländlich wird das bis zu einem gewissen Grade so bleiben, und das ist auch gut so. Auf der anderen Seite aber fordern gerade viele Bundesbrüder, daß wegen der Ueberweisung eine größere Vereinheitlichung eintreten muß. Ich will Euch an ein paar Beispielen illustrieren, wie verschieden gearbeitet wird. In Leipzig wurden im vorigen Semester 21 Kurse abgehalten. Die Kurse betreffen Theorie, jüdische Geschichte, K. J.V.¬ Geschichte, die höheren Kurse Hebräisch, Palästina, ein Seminar über Gegenwartsarbeit, Geschichte bis zum babylonischen Exil, eine Literaturgeschichte der babylonischen und spanischen Epoche, Geschichte der Diaspora in dem hellenischen Zeitalter und eine Einführung in die Pesachhagada. Inwieweit dieser Unterricht bezweckte, die Einzelnen zu aktiver Selbstarbeit heranzuziehen, ist mir nicht bekannt, dagegen wird z. B. in Göttingen ganz anders gearbeitet. Es wird zwar auch Tendenz- und Geschichtsunterricht für die Aktiven gegeben. An Stelle des K. J. V.-Unterrichtes treten aber Aussprachen auf geselligen internen Abenden. Als Burschenkurs gilt ein Palästinakurs, bei dem es vor allen Dingen darauf ankommt, an Stelle der bisherigen Methode, wonach einer ein Referat hält, und die anderen mehr oder weniger stumpf dabeisitzen, die Einzelnen zur Mitarbeit heranzuziehen, dadurch, daß jeder ständig kontrolliert wird und derjenige, der nicht mitarbeitet, herausfliegt. Diese Methode ist auch im Geschichts- und Tendenzunterricht anwendbar. Wie der betreffende Bundesbruder schreibt, soll sie mit unserem dilettantischen System brechen und wenigstens auf einem Gebiete durchgebildete Bundesbrüder heranziehen. Ihr seht also schon an diesen Beispielen, unter welch verschiedenen Methoden im Kartell gearbeitet wird. Eine brennende Frage ist natürlich auch die, ob man aus Gründen des Korporationszusammenhanges den Unterricht im ganzen erteilen soll oder wie es für den Unterricht zweifellos fruchtbarer wäre, in Kursen oder in Kreisen, die sich unter speziellen Interessen zusammenfinden, wobei natürlich die Gefahr besteht, daß der Korporationszusammenhang dabei noch mehr als bisher verloren geht. Immerhin dürfte sich die letztere Methode in den kleineren Provinzstädten, wo der Zusammenhang enger ist, mehr empfehlen. Auch über diese Frage bitte ich Euch,. uns die Erfahrungen und Absichten mitzuteilen. Ich komme nun zu dem, was das Erziehungsressort an positiven Dingen plant. Von allen Seiten werden seit langem, nachdem das Verlangen nach einem Kompendium der zionistischen

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