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Der jüdische Student · 1920-06-01 · Heft 3 (Juni 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 3 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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126 Produkt bleiben und also von der Idee nach Palästina kommandiert werden können. Das individuelle Gefühl des Einzelnen spricht mit, und die Enttäuschung über Menschen, die von vornherein als die wenigen Besonderen hingestellt werden, wäre der Urteilsspruch über die ganze Methode. — Aber der zweite Fehler ist der bei weitem schlimmere. Können wir denn mit zwei verschiedenen Maßstäben opetieren? Können wir auf der einen Seite wenige Bevorzugte auswählen, die für Palästina geeignet sind, und auf der andern Seite den Uebrigen sagen: „Eure Arbeit im Oaluth ist ebenso wertvoll?1' Gottseidank sind wir bei aller Aneikennung der Notwendigkeit der Galutharbeit doch dazu gekommen, die Palästinaarbeit, die Verpflichtung jedes Einzelnen auf sie, als das Notwendigste und Wichtigste, was es im Zionismus gibt, zu empfinden. So würde bei den Zurückbleibenden, die von vornherein ausgeschlossen sind, nie Befriedigung aufkommen können, da sie doch sehen, es gibt Menschen, die die große Autgabe tun, und sie sind nicht unter ihnen. Sogar die Aelteren unter uns empfinden ihr Leben im Gaiuth, ihre Gebundenheit, als ein Manko dem Zionismus gegenüber, und einige Wenige haben es fertiggebracht, den ei.ösenden Schritt zu tun; sollen wir da von unsrer Jugend verlangen, daß sie zum Leben dieser Aelteren, das sie innerlich überwinden möchte, zurückkehrt? Man mißversiehe mich nicht; ich verkenne nicht Wert und Notwendigkeit der Galutharbeit; es handelt sich für mich nur darum, die Halbheit und Unmöglichkeit einer Erziehungsmethode nachzuweisen, die von vornherein beides will: Palästina und Gaiuth. Entweder wir verzichten ganz auf die Palästina - Erziehung und überlassen die Ausw.ahl der Palästinagänger der persönlichen Erkenntnis des Einzelnen, was beim Fehlen jeden Hinweises gleichbedeutend mit Zufall ist. Das aber wird keiner wollen, der gesehen hat, welche Erfolge eine auf Palästina gerichtete Erziehung in den Kieisen der zionistischen Jugend gehabt hat. Schließlich dort nicht vergessen werden, daß der Palästinagedanke im ganzen zum großen Teil erst durch diesen Ruf der Jugend nach Palästina, durch ihren Vorstoß gegen Feiertagszionismus, der mit „notwendiger Galutharbeit" entschuldigt wurde, in den Vordergrund der inneren zionistischen Entwicklung getreten ist. Darum bedeutet eine Fortsetzung der ausschließlichen Palästina-Erziehung nichts weiter als die Schlußfolgerung aus ihren bisherigen Ergebnissen, deren Berechtigung aber noch aus einem andern Grunde weiterbesteht, aus den Bedürfnissen Palästinas. Man wird unter den heutigen Verhältnissen doch nicht mehr behaupten können, daß Palästina für uns eine Idealforderung, eine Fata Morgana ist. Sicher wird es noch "öfter nötig sein, ein Halt zu rufen, ein Warten zu befehlen, und gerade heute, wo plötzlich ke n Mensch mehr warten kann, ist es nötiger denn je. Aber das Entscheidende ibt, daß wir klar wissen, worum es

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