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Der jüdische Student · 1920-06-01 · Heft 3 (Juni 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 3 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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124 Rosolio, Palästina als Aufgabe der Jugend Wir sind uns klar darüber, daß nur solche Menschen eine Verpflichtung von dieser Bedeutung auf sich nehmen können, die schon vollkommen in das zionistische Leben hineingewachsen sind. (Schon deswegen wird eine Beschränkung auf die Burschen gerechtfertigt sein). Die Einführung der Dienstpflicht wird auch den Sinn haben, unseren Tatwillen zu demonstrieren. Aber ein Demonstrationszweck, wenn auch von höchster Art, dürfte nicht entscheidend sein, wenn nicht sachliche Notwendigkeiten beständen. Diese Notwendigkeiten ergeben sich aus der erforderlichen Umstellung der zionistischen Arbeit in Deutschland. Wird dieses Ziel und diese Möglichkeit richtig erfaßt, dann kann die Dienstpflicht für junge Zionisten nicht mehr als Belastung erscheinen. Wir halten es für überflüssig, die vielfachen Vorteile zu summieren, und im Einzelnen darzustellen, die vom Standpunkt einer zionistischen Lebensgestaltung aus für die Bundesbrüder in der Dienstpflicht enthalten sind, die Berührung mit der Organisation, die Ausbildung, die bessere Kenntnis der Bedingungen und Zusammenhänge unserer Arbeit. Hinweisen wollen wir nur auf die Verbindung dieser Tätigkeit mit allen jüdischen Berufen, die immer eine Eignung zu öffentlicher Arbeit voraussetzen werden. Damit hängt die Frage der Dienstplicht auch mit der für uns vielleicht entscheidenden Frage der Berufsumschichtung zusammen. Ein Volk, das unter normalen Bedingungen lebt, hat es vielleicht nicht nötig, eine Leistung, wie sie hier gefordert wird, zu verlangen. Allerdings wird die Einführung einer Dienstpflicht, die sozialen und nationalen Interessen dient, augenblicklich auch bei andern Völkern lebhaft besprochen (Russland, Deutschland). Unser Ausnahmezustand, der noch immer viel härter ist, als der Zustand von Völkern die schwere Kriege verloren haben, rechtfertigt unser Verlangen. Das Kartell wird bei dieser Gelegenheit zu zeigen haben, ob es die Schwierigkeit unserer nationalen Situation und die Große der daraus hervorgehenden Verpflichtungen richtig empfindet. Lelewer Bileski Palästina als Aufgab© des* Jugend Eine Antwort an Hans Oppenheim Man könnie vielleicht glauben, der Artikel von Hans Oppenheim im Februarheft sei durch die Wendung der politischen Ereignisse seiner Grundlagen beraubt worden; und sicher ist dies auch zum Teil der Fall. Aber es ist nötig, daß wir uns darüber klar werden, worin Aufgabe und Ziel der auf Palästina gerichteten Erziehung der Jugend bestehen. Gerade in der gehobenen Stimmung, die uns jetzt beherrscht, müssen wir uns auf die Grundlagen unserer Erziehung besinnen, damit nicht neue Rückschläge, die kommen werden, uns wieder und wieder vor dieselben Fragen stellen. Es ist zweifellos richtig, wenn Oppenheim die persönliche Seite des Zionismus im Einzelnen so stark betont. Ich will sogar noch weiter gehen und sagen, daß diese Hoffnung auf persönliche Erlösung das primäre Gefühl des jungen Zionisten ist, der sich auf ein Leben in Palästina eingestellt hat; besonders wenn er aus dem Blau-Weiß kommt, der ja die Hauptmasse der Chaluzim in Deutschland stellt. Erst bei gereifterer Erkenntnis der gewissen Zusammenhänge erreicht das Bewußtsein von der

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