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Der jüdische Student · 1920-06-01 · Heft 3 (Juni 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 3 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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122 Bericht der Dienstpflichtkommission des Präsidiums deutenden Finanzaktion dienen soll. Deren Ziel ist die Aufbringung einer Summe von M. 20 000 000. Ein Erfolg wird nur möglich sein, wenn unsere Propaganda in ganz anderem Maße geleistet wird als bisher. Alle Wege der schriftlichen und mündlichen Einwirkung müssen benutzt werden. Es soll erreicht werden, daß die Organisation persönliche Berührung mit jedem deutschen Juden findet und ihn für den Palästinagedanken interessiert. Neben dieser Finanzaktion wird intensive Arbeit auf allen anderen Gebieten zionistischer Tätigkeit, z. B. auch auf dem Gebiet der Kulturarbeit, einhergehen. Diese Arbeiten werden sich ohne eine erhebliche Anzahl von Hilfskräften nicht durchführen lassen, die nicht nur in der Zentrale, sondern auch in den Hauptorten der zu bildenden Bezirke zur Verfügung stehen müssen. Die Arbeit wird also zum großen Teil in Büroarbeit und darüber hinaus in organisatorischen Arbeiten aller Art bestehen. Derartige organisatorische Arbeit wird auch auf dem Gebiete der Jugendarbeit zu leisten und auch hier von großem Vorteil sein. Die Notwendigkeit, auch dieses Gebiet planmäßig und organisatorisch zu bearbeiten, ergibt sich schon aus der gesteigerten Tätigkeit der assimilantischen Jugendorganisationen. Die hier geschilderten Tätigkeiten werden den Vorteil haben, daß sie die Bundesbrüder mit der Organisation in Verbindung bringen und dadurch die vielfach zum Schaden beider Teile bestehende Fremdheit beseitigen werden. Die Bundesbrüder werden eine Art beamtenmäßiger Ausbildung erhalten, viele oder manche werden feststellen, daß die in der Organisation zu leistende Tätigkeit auch als Berufsarbeit für sie in Frage kommt und so kann vielleicht ein Beamtennachwuchs geschaffen werden, dessen Fehlen sich jetzt oft sehr störend bemerkbar macht. Was die Art der Tätigkeit anbetrifft, so ist noch darauf hinzuweisen, daß es sich nicht etwa ausschließlich um mechanische Arbeiten handeln wird (wenn diese auch nicht vollständig übergangen werden können). Vielfach wird ein eigener Wirkungskreis unter Anleitung der ständigen Beamten von den Bundesbrüdern zu bearbeiten sein. Der einzelne wird Gelegenheit finden, durch Entfaltung eigener Ideen und eigener Initiative auf seinem Arbeitsfelde dauernde Wirkungen zu erzielen. Wenn diese Momente hervorgehoben werden, so ist andererseits zu betonen, daß die Bedingungen für derartige qualifizierte Arbeit natürlich nicht notwendig sind, sondern sich auch reichliche Gelegenheit zur Arbeit für diejenigen Bundesbrüder findet, bei denen diese Voraussetzungen fehlen. Als weiteres sehr wichtiges Gebiet kommt die soziale Arbeit in Frage, bei der noch ganz große Aufgaben zu erledigen sind und durch organisationstechnische Maßnahmen noch sehr viel erreicht werden kann. Schon heute verlangen unsere Arbeitsämter dauernd nach Hilfskräften. Dieses Arbeitsgebiet wird die Bundesbrüder in enge Berührung mit Ostjuden bringen und dadurch ihnen die Wahl eines jüdischen Berufes erleichtern. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß gerade diese Tätigkeiten von ganz besonderer Bedeutung für die Nationalisierung des jüdischen Lebens in Deutschland sein werden, die davon bedingt sein wird, daß der Zustrom von Ostjuden in national wertvollem Sinn nutzbar gemacht wird. Die drei hier erwähnten Arbeitsgebiete (Propagandaarbeit, soziale und Jugendarbeit) werden nach den angestellten Berechnungen ausreichen, um alle verfügbaren Kräfte in nächster Zeit zu beschäftigen. Abgesehen von diesen Arbeiten, die besondere Fähigkeiten oder Neigungen im allgemeinen nicht voraussetzen, kommen Spezialarbeiten in Betracht. Diejenigen Bundesbrüder, die für bestimmte zionistische Fragen besonders befähigt sind, und unter Umständen auch mehr Zeit zur Verfügung stellen können, werden eine Fülle von Aufgaben, die unmittelbar auf Palästina gerichtet sind, bearbeiten können. Zahlreiche Einzelfragen sind heute zu studieren, die für unsere praktischen Pläne von großer Bedeutung ,sind, aber bisher die erforderliche spezialistische Bearbeitung nicht , gefunden haben. Dahin gehören alle Fragen, die unmittelbar mit der Kolonisationstätigkeit zusammenhängen, darüber hinaus eine Anzahl juristischer (Fragen des neuen VölkerrVerwaltungs- und sozialen Rechtes), medizinischer und volkswirtschaftlicher Fragen. Die Bundesbrüder, die sich verpflichten,

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