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Der jüdische Student · 1920-06-01 · Heft 3 (Juni 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 3 (Juni 1920)
Date
1920-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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116 Rosenblüth, Zionistische Dienstpflicht Es darf keine Erwägungen geben, die uns hindern, einzutreten sofort und überall wo man gesucht wird, in die Reihen der Aufbauenden. Es muß ein primitives zionistisches Gefühl sein, das einen jetzt antreibt — Pflichten zu übernehmen. Die zionistische Dienstpflicht ist die geringste Antwort — die wir Jungen zunächst den Ereignissen gegenüber geben können. Sie ist eine „Gesteu, wenn man sie dazu stempelt. Sie ist eine wirkliche zionistische Tat, wenn sie mit hingebender Liebe getan wird. Sie ist „ein beglückendes Amt", wenn sich freie zionistische Jugend zu ihr selbstverpfiichtet. Doch schon mehren sich die Stimmen der Weisen, der Theoretiker, der Realisten und jeder bringt seine „Chochmes" an. Jeder ein wenig und zerrt und zieht und bemängelt und kritisiert. „Im Prinzip ist nichts dagegen einzuwenden" — aber!!! ihr werdet sie ja lesen und hören! Sie schreien immer, wenn etwas Neues und Großes kommt! Sie schreien beim „Palästinaaufruf" — und sind heute still. Sie warnen vor Uebertreibung und Ueberstürzung, wollen erst „sachliche Fundierung". Ich glaube jene Leute sind notwendige Begleiterscheinungen aller neuen sich bahnbrechenden Ideen und Einrichtungen. Aber sie können nicht die Führenden sein. Sie führen uns nicht aus der Dumpfheit heraus, in der heut unser Korporationsleben liegt. Sie werden nicht die Luft reinigen können von dem allzu satten, philistriösen Geiste, der uns beherrscht.. Wo ist das Echo auf San Remo im Kartell? Nicht Jubel und Feiern verlangen wir, aber leuchtende Augen und feste Bereitschaft, unumstößlichen Willen und vorwärtsdrängenden Geisi. Nur einen Hauch sollten wir verspüren von dem was in Landauers') schönen Worten liegt: „Wo über die Menschheit Großes und Ueberwältigendes, Umschwung und Neuerung gekommen ist, da ist es das Unmögliche und Unglaubliche, das ist eben das Selbstverständliche gewesen, was die Neuerung gebracht hat." Und dann wendet er sich gegen die Marxisten, die er „Philister" nennt, die nur zu große Aehnlichkeit mit unseren „Vorsichtigen, Ueberklugen" haben, die immer „voller Hohn und Triumph auf Fehlschläge und vergebliche Versuche" verwiesen und „solche kindliche Angst vor der Niederlage haben." . . . „Wir brauchen Versuche, . . . wir brauchen Fehlschläge über Fehlschlage und die zähe Natur, die sich nicht, die sich auch durch nichts abschrecken läßt, die festhält und aüshält und immer noch einmal ansetzt bis wir durch sind, bis wir unüberwindbar sind. Wer die Gefahr der Niederlage, der *) Landauer, Aufruf zum Sozialismus^. 44.

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