Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 3 (Juni 1920)
- Date
- 1920-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ufr 3iiiiifi1ic Statait Zeitschrift des Kartells Jüdischer Verbindungen Herausgegeben vom Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen XVII. Jahrgang Juni-Juli 1920 Heft 3 Die zionistische Dienstpflicht a) Zionistische Dienstpflicht Von Leo Rosen.blüth -Berlin „Und kein Amt ist beglückender als das eines Dieners am Licht" (Th. Herzl, Menorah) Wir kannten den Oedanken einer zionistischen Dienstpflicht schon vor San Remo, er war schon während des Krieges von Robert Weltsch vorgeschlagen worden, ohne damals zu irgend einer Tat zu werden. Heute wird er dem Kartell vorgeschlagen zur Verwirklichung. Es ist richtig, daß der Gedanke, sich jederzeit der Organisation zur Verfügung zu stellen, ein längst gepflegter und von einigen in die Tat umgesetzter war. Viele gaben Semester ihrer Korporation — aus zionistischem Pflichtgefühl. Warum also dokumentieren oder zum Beschluß erheben, was längst Gemeingut aller ist? Es besteht eben ein Unterschied. Früher war es letzten Endes von dem Willen einzelner abhängig, ob sie Zeit und Studium „opfern" wollten, es war ein „notwendiges Uebel" — wie man sagte. Man war trotz allem in einem innerlichen Kampfe mit seiner Berufsarbeit. Heute, wo wir gewillt sind, Beruf zionistisch zu bewerten und ihn entsprechend ernster zu nehmen, gerade heute soll verlangt werden, daß man sich für eine kurze Zeit loslöst von seinen eigenen Arbeiten, um seine Kraft der Gesamtheit zur Verfügung zu stellen? Daß die Zeit Menschen bedarf, daß an allen Ecken und Enden Menschen fehlen, daß wir die Arbeit in jeder Beziehung vervielfachen könnten, wenn mehr sich ihr widmeten, bedarf keiner Erörterung. Die zionistische Leitung wird an uns herantreten und fordern, daß wir entsprechend der Größe der Aufgabe auch das Größtmögliche leisten. Aber auch ohnedies müßte bei einem jeden von uns sich das zionistische Gewissen melden mit der Frage: Was tust Du zum Aufbau Palästinas? Und da"ist es nicht genug, sich zu beruhigen bei dem Gedanken, „sich vorzubereiten auf Palästina", sich möglichst so zu intensivieren, daß man ein nützliches Glied seines Volkes wird — das vorausgesetzt — bedarf es des Sturmes, des Dranges und der sofortigen Tat.