Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 2 (April 1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Präsidium 95 Wünsche dem Kartellinteresse hintansetzen. lieber die Besetzung der Verbindungen im kommenden Sommersemester läßt sich noch nichts Endgültiges sagen, da die Ueberweisungsarbeit im Augenblick noch nicht abgeschlossen ist. Die Verbindungen in Berlin, München, Freiburg und Heidelberg werden eine reichliche Anzahl von Bundesbrüdern haben. Der Bestand der Ruder- und Sportverbindungen ist überall gesichert. Auch den meisten anderen Verbindungen werden eine zum Korporationsbetrieb genügende Anzahl von Bundesbrüdern überwiesen werden können; schwach besetzt werden dagegen voraussichtlich Hannover, Rostock, Münster, Halle und Tübingen sein; ob Marburg zu halten sein wird, erscheint noch fraglich. Greifswald dagegen wird im Sommersemester nicht existieren; dorthin wären vielleicht zwei oder drei Bundesbrüder gegangen, was natürlich zwecklos gewesen wäre. Da Greifswald für uns nie ein günstiger Boden gewesen ist, wäre die Auflösung der dortigen Gruppe kein bedeutender Verlust. VOM PRÄSIDIUM Bericht des Präsidiums Die Regelung der Beziehungen zu den im Bunde Zionistischer Korporationen vereinigten früheren K J. V. - e r beschäftigte das Präsidium auch in den letzten Wochen. Bbr. Kirschner, der mit einigen der Ausgetretenen in näherer Fühlung stand, schlug vor, die Möglichkeit einer Wiedervereinigung zunächst mit den ausgetretenen Berliner Bundesbrüdern in unverbindlichen, persönlichen Verhandlungen zu besprechen. Als Grundlage einer Einigung sollte die durch den K. T. festgestellte Einheit des Kartells, also die Ablehnung der Ringforderungen in Aussicht genommen werden, jedoch sollte den Ausgetretenen die Möglichkeit gegeben werden, als selbständige Verbindung in das K. J. V. einzutreten. Auf derartiger Grundlage schienen Verhandlungen nach Kirschners Informationen nicht aussichtslos. Im Präsidium waren die Meinungen über die Aussichten solcher Schritte geteilt, man glaubte jedoch keinen Versuch unterlassen zu sollen, um die ausgetretenen Bundesbrüder wieder für das Kartell zu gewinnen, soweit das ohne Erschütterung der für das K. J. V. geltenden Grundsätze möglich war. Daher wurde Kirschner ermächtigt, die Besprechungen in dem von ihm vorgeschlagenen Sinne einzuleiten mit der Erweiterung, daß an den Orten außerhalb Berlins eine Aufnahme der Ausgetretenen in selbständigen Verbindungen erwogen werden sollte, soweit die örtlichen Verhältnisse das zuließen. Zur selben Zeit stellte der B. V. Oberschlesien einen Antrag auf Einberufung eines außerordentlichen K. T., der Euch mit der Aeußerung des Präsidiums bereits bekannt geworden ist