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Der jüdische Student · 1920-04-01 · Heft 2 (April 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 2 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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■■■m......^f^^^^w--^ 94 Lipschitz, Die Bedeutung des Ueberweisungsressorts Die Bedeutung des Ueberweisungsressorts Von Hans Lipschitz. Das Ueberweisungsressort ist dazu da, die Aktiven so über das Kartell zu verteilen, - daß jede Verbindung und Gruppe eine zu einem regen Korporationsleben genügende Anzahl von Mitgliedern überwiesen erhält und die wichtigsten Aemter mit geeigneten Bundesbrüdern besetzen kann. Gelingt es dem Ueberweisungsressort außerdem noch, nach allen Korporationsorten solche Bundesbrüder zu überweisen, die dort auch außerhalb der Verbindung zionistisch zu arbeiten fähig sind (z. B. im Blau-Weiß, in der Turnerschaft, in der Ortsgruppe), so hat es nicht nur alle Vorbedingungen für eine gute Kartellarbeit geschaffen, sondern auch dem deutschen Zionismus überhaupt einen großen Dienst geleistet. Man sieht, wie außerordentlich wichtig das Ueberweisungsressort ist. Leider jedoch nur theoretisch. Denn in der Praxis stellen sich der Ueberweisungsarbeit gerade in dieser Zeit derartig viele Schwierigkeiten in den Weg, daß es nicht viel erreichen kann und der Erfolg in einem argen Mißverhältnis zur aufgewendeten Arbeit stehen muß. Zunächst erschweren manche Verbindungen und Bundesbrüder die Arbeit dadurch, daß sie Briefe und Rundschreiben nicht pünktlich und erst nach vielen Mahnungen, zuweilen auch garnicht beantworten. Diese technische Schwierigkeit ist ja nun nicht unüberwindlich; wenn man rechtzeitig und oft genug mahnt, bekommt man schließlich doch das notwendige Material zusammen. Viel schlimmer ist es, daß in vielen Fällen die Ueberweisungswünsche der Bundesbrüder nicht mit den Wünschen, die das Ueberweisungsressort im Kartellinteresse aussprechea muß, in Einklang zu bringen sind. Man hat zuweilen den Eindruck, daß Bundesbrüder ohne Rücksicht auf daß Kartellinteresse auf der lediglich nach persönlichen Neigungen getroffenen Wahl des Studienortes bestehen; in noch mehr Fällen sind die Bundesbrüder jedoch tatsächlich in der Wahl ihres Studienortes nicht frei. Sehr häufig zwingen pekuniäre Gründe einen Bundesbruder zum Aufsuchen einer bestimmten Universitätsstadt; die Uebersiedlung von einem Ort nach einem anderen ist heute für manchen zu kostspielig; sodann hemmt die Wohnungsfrage die Freizügigkeit, ebenso auch häufig Familienverhältnisse. Beträchtlich ist ferner die Zahl der Ausländer, welche an diejenigen Universitäten gebunden sind, für welche sie Studienerlaubnis haben. Leider gibt es auch Gründe des Studiums oder Examens, die man notgedrungen anerkennen muß. Dazu kommt noch, daß sich die Bundesbrüder im Sommersemester nach den bekannten beliebten Sommeruniversitäten drängen, was man solchen Bundesbrüdern nicht verargen kann, ,die aus ein Universitätsstadt stammen und nur ein oder zwei Semester von Hause fortgehen können. Diese Andeutungen mögen genügen, um ein Bild von der Schwierigkeit der Ueberweisungsarbeit zu geben. Sehr schwer ist es auch, die Bundesbrüder, welche man zum größten Teil garnicht kennt, von Berlin aus brieflich in der Wahl ihres Studienortes zu beeinflussen. Ich habe es dennoch vielfach versucht, leider ohne den Erfolg, den ich gewünscht hätte. Auch meine Bitte an die Verbindungen, mich dabei zu unterstützen, hat nicht viel erreicht. Die Verbindungen müssen es sich in Zukunft viel mehr als bisher angelegen sein lassen, ihre Mitglieder dahin zu erziehen, daß sie bei der Wahl ihres Studienortes ihre persönlichen l-'iÄ.^.'V^'i^:;;.^ :€l

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