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Der jüdische Student · 1920-04-01 · Heft 2 (April 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 2 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Trautmann, Was uns fehlt 91 wir aber zum Präsidium des B. Z. K. nach Breslau fahren wollten, liegt darin eine unbegreifliche Sucht nach formaler Korrektheit. Was mich zum Schreiben dieser Zeilen veranlaßt hat, ist — außer der Aufforderung des Redakteurs — mein Wunsch, zu zeigen, daß das Präsidium des K. J. V. durchaus nicht hochmütig und abweisend ist, wie es im Kartell und draußen oft hingestellt wird. Es hat gezeigt, daß es trotz der wenig geneigten Haltung der Corporationen von sich aus zu handeln bereit ist. Soll es sich jetzt etwa auf Formulierungen einlassen? Oder wollen die B. Z. K.-er nicht ihre Heißsporne überwinden und vernünftige, versöhnliche Menschen zu aufrichtigen Besprechungen entsenden, ohne „formulierte" Voraussetzungen? Der B. Z. K. hat das Wort. Berlin-Schmargendorf, 20. 4. 20. Joseph Marcus Was uns fehlt Eine Stimme zum a. o. K. T« Von Edgar Trautmann, Hamburg Die Entwicklung der Tatsachen hat gezeigt, daß mit der Ablehnung des Ringantrags auf dem letzten Karteiltag zwar die Ringdebatte aus der Welt geschafft war, aber keineswegs das Problem selbst, das dfie Ringfrage hervorgerufen hatte. Was vorher in der Ringbildung seine Lösung gesucht hatte, führte nach dessen Ablehnung zur Spaltung des Kartells. Wir ersehen daraus, daß der Kartelltagsbeschiuß nur eine symptomatische Behandlung der Frage bedeutete, daß er aber keineswegs das Uebel an der Wurzel gefaßt hatte. Man hatte glattweg abgelehnt, man hat sich aber nie die Frage vorgelegt, was können wir an Stelle der Ringbildung setzen, das dem einmal vorhandenen Bedürfnis gerecht wird und für das Kartell zugleich unschädlich ist. Die Kartellspaltung ist infolgedessen die naturnotwendige Folge einer nicht regulierten und sich selbst bahnbrechenden Entwicklung. Wenn wir nun das erkennen und zugleich der Ueberzeugung sind, daß die einheitliche Organisation der zionistischen Studentenschaft eine Notwendigkeit ist, so ist es jetzt unsere Pflicht, nach einem Weg zu suchen, der einen Zusammenschluß beider Kartelle ermöglicht. Es wäre inkonsequent, jetzt nach der nun einmal eingetretenen Trennung, das abzulehnen oder verurteilen zu wollen, was man noch kurz zuvor mit aller Macht angestrebt und dessen Notwendigkeit und Möglichkeit man mit allen Dokumentierungen bewiesen und eingesehen hatte. Wie richtig und triftig jene Beweisführung war, erkennen wir erst jetzt, wenn wir überblicken, welche nachteiligen und schädlichen Folgen diese Spaltung sowohl fürs K. J. V. als auch für den Zionismus selbst nach sich ziehen wird. Wir können keineswegs sagen, daß unser gegenwärtiger Zustand auf unsere nichtzionistische Umwelt einen günstigen Einfluß ausüben wird. Die Gegner werden schadenfroh frohlocken und die Indifferenten werden sagen, ihr seid euch ja selbst nicht einig. Wie sollen wir außerdem

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