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Der jüdische Student · 1920-04-01 · Heft 2 (April 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 2 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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88 Bileski, Der akademische Rahmen das erforderliche Gefühl der Verbundenheit zu geben, um Jeden im Andern: seinen engeren Geist und sein engeres Wesen wiederfinden zu lassen. Durch die engeren Gruppen der Verbindungen wird der Gedanke der großen Gemeinschaft vermittelt werden. Sollte aber jemand auf den Gedanken kommen, daß er bundesbrüderliche Gefühle nur Akademikern entgegenbringen könne, so müssen wir ihm sagen, daß uns in dieser Art Bundesbrüderlichkeit die notwendigen zionistischen Voraussetzungen zu fehlen scheinen. Unsere Bundesbrüderlichkeit entsteht aus der engen Lebensgemeinschaft der Verbindungen und aus gemeinsamer zionistischer Arbeit und ist unabhängig" von der Zahl der bestandenen Examina. Man wird ferner darauf hinweisen, daß wir die besondere Aufgabe hätten, Propaganda in der Studentenschaft zu treiben. Dazu ist zu sagen, daß diese Aufgabe keineswegs vernachlässigt werden soll. Wir werden die Studenten eben dahin bringen, daß sie es nicht für unerhört halten, ihre Zeit zusammen mit Nichtakademikern zu verbringen. Unser hauptsächlichstes Werbemittel ist die zionistische Idee. Wenn wir damit Erfolg haben, werden wir zugleich jene Solidarität der Stimmung erzeugen, die sich mit dem Gesinnungsgenossen enger verbunden fühlt als mit dem Standesgenossen und es nicht für unmöglich hält, in einer jungen, von Ideen beherrschten Gemeinschaft Standesrücksichten zu vernachlässigen. Es wird hier ganz auf die Güte der Verbindungen ankommen. Die Praxis hat bereits gezeigt, daß das Leben einer gut arbeitenden Verbindung von seiner Anziehungskraft auf Studenten nichts verliert, auch wenn Kailfleute daran teilnehmen. Im übrigen wird ja noch immer ein großer Teil der Verbindungen sich nur aus Studenten zusammensetzen. An vielen Universitäten wird eine andere Zusammensetzung garnicht möglich, an den andern die Existenz rein akademischer Verbindungen neben gemischten oder nicht-akademischen vielleicht geboten sein. Diese Verbindungen werden sich dann um diejenigen Studenten bemühen können, bei denen das akademische Prinzip etwa doch eine Rolle spielt. Sie werden sie genau wie jetzt gewinnen können, denn man wirbt ja gerade in solchen Fällen, wo es mehr auf persönliche Wirkungen ankommt und die Gesinnungsfragen mehr in den Hintergrund treten, immer für die Verbindung und nicht so sehr für das Kartell. Die Zugehörigkeit zu einem Verbände, dem auch nicht-akademische Organisationen angehören, wird für die Werbearbeit dieser Verbindungen kein Hindernis sein, da sie das Leben der Verbindung selbst und damit ihr wichtigstes für diese Fälle in Betracht kommendes Werbemittel nicht beeinträchtigt. Hier handelt es sich aber immer nur darum, die Möglickeit der Kartellzugehörigkeit auch für nicht- oder nicht rein akademische Gruppen zu eröffnen. Der hier vorgeschlagene Weg kann dazu führen, das K. J. V. zum Träger der Jugendbewegung in Deutschland zu machen. Das K. J. V. wird dabei seiner Eigenart nicht beraubt werden. Es wäre auch falsch zu fragen, weshalb gerade das K. J. V. sich dieser auf die Gesamtheit gerichteten Aufgabe zu widmen habe. Die einfache Antwort ist, daß die Ergebnisse der K. J. V.-Arbeit in die Jugendbewegung hineingetragen werden sollen. Das- Kartell, in dem diese Gedanken leben und weiter entwickelt werden sollen, muß erhalten bleiben und bedarf nur einer Ausgestaltung, die seinen Aufgaben entspricht. Berufen für diese Aufgabe ist es vor allem auch deswegen,

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