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Der jüdische Student · 1920-04-01 · Heft 2 (April 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 2 (April 1920)
Date
1920-04-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Bileski, Der akademische Rahmen 87 gegen den Geist des Kartells verstößt. Der K. J. V.-Geist soll sich auf alle Kreise erstrecken, die für ihn geeignet sind. Die Sicherung der K.J.V.¬ Gedanken ist also geradezu Voraussetzung für die Beseitigung des akademischen Prinzips. Auch in Zukunft werden alle K. J. V.-Organisationen genau so aufgebaut sein und genau so arbeiten müssen, wie es die Grundsätze des Kartells verlangen, Wir werden also in jedem Falle der Aufnahme einer Gruppe von Nichtakademikern prüfen müssen, ob sie fähig ist, nach K. J. V.-Grundsätzen zu arbeiten. Wir werden weiter prüfen müssen, ob sie nicht eine zu starke Belastung für das Kartell bedeutet. Unter Umständen haben solche Organisationen zu viel Ballast, sind nicht im Stande, sich an die Entwicklung des Kartells anzuschließen und bedrohen uns mit der Gefahr, erledigte Entwicklungsperioden wiederholen zu müssen. Alle diese Momente werden wir in jedem Fall zu beachten haben. Ich glaube freilich, daß allmählich alle wichtigen Teile der Jugendbewegung, die junge Männer umfassen, an das Kartell herangezogen werden können. Ich halte z. B. noch eine Verbindung mit den Herz 1- Clubs für möglich. Das Ziel dieser Entwicklung, die natürlich keineswegs künstlich beschleunigt werden dürfte, sondern sich in allmählicher Ausdehnung vollziehen würde, wäre, daß wir eine große, von einheitlichen Grundsätzen beherrschte Jugendbewegung hätten, die sich in mannigfacher Weise nach Tätigkeitsgebieten gliedern würde. Sie würde die Vereinigungen der jungen zionistischen Männer umfassen. Als Vorstufen würden, von ihr geführt, die Organisationen für das jüngere Alter bestehen, die also in engster Verbindung mit dem Kartell stünden und von seinem Geiste leben würden. Die Führung in diesen Gruppen der jüngeren Jugend könnte Aufgabe der Inaktiven sein. In einem rohen Schema würde sich dann die Tätigkeit der Bundesbrüder folgendermaßen aufbauen: die Aktiven gehören dem Leben in den Verbindungen und leisten dort ihre Arbeit. Die Inaktiven führen in den Jugendgruppen, sie werden dabei für die Arbeit außerhalb der engen Verbindungsgemeinschaft vorbereitet und verwenden zugleich, soweit sie aus den Jugendr gruppen hervorgegangen sind, ihre früheren erworbenen Kenntnisse und Beziehungen. Die Zeit der Aktivitas bedeutet dabei eine wohltätige Trennung von der Gemeinschaft der früheren Jugend. Der Altersunterschied macht den Inaktiven für seine Führerstellung geeignet, während er andererseits jung genug ist, um die Fähigkeit für unmittelbare Jugendarbeit zu besitzen. Der Alte Herr hat dann in der Regel seine Arbeit im allgemeinen zionistischen Leben außerhalb der Verbindungen zu leisten. Er wird außerdem nach seinen Fähigkeiten und Neigungen am Leben des Kartells teilnehmen, in vielen Fällen auch durch Mitarbeit in den Verbindungen oder an den Kartellgeschäften ganz enge Beziehungen behalten. — Gegen die Tendenz dieses Aufsatzes werden vor allem zwei Einwendungen erhoben werden. Man wird zunächst auf die Gefährdung der Bundesbrüderlichkeit hinweisen. Damit braucht man sich nicht zu lange aufzuhalten. Wer in der Ausdehnung unseres Kreises eine Gefahr für die Bundesbrüderlichkeit sieht, der hätte schon lange am Kartell verzweifeln und jede Werbearbeit zu Gunsten einer möglichst dichten Gemeinschaftsstimmung auch bekämpfen müssen. Wir glauben, daß die geistigen Grundlagen nach wie vor stark genug sind, um auch einem ganz großen Kreise

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