Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1920)
- Date
- 1920-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Stein, Erklärung 61 •einer Qruppe in ihr anerkannt wird. Ferner könnt Ihr darauf hinweise!, daß die preußische Regierung, wie es in einem Präzedenzfalle geschah, eine solche Körperschaft niemals als offizielle Studentenvertretunsr anerkennen wird; die nichtpreußischen Regierungen dürften diesen Standpunkt teilen. Die sozialistische Gruppe dürfte Euch im übrigen bei dieser Erklärung unterstützen. Sollte trotzdem ein solcher Beschluß zustande kommen, so empfehlen wir Euch, sofort eine Beschwerdeeingabe an das betreffende Kultusministerium und an den Rektor, dem von dieser Beschwerde Mitteilung zu machen wäre. Bei Ausschlüssen aus der Klinikerschaft oder ähnlichen Körperschaften empfehlen wir Euch, unter Hinweis auf einen Präzedenzfall in Halle, von dem betreffenden Dekan die Aufhebung des Beschlusses zu erwirken; dort wurde der Klinikerverband gezwungen, den Beschluß aufzuheben, da er als Zweckverband lt. den Statuten der deutschen Medizinerschaft nicht berechtigt ist, Juden auszuschließen. Wir bitten Euch bei etwaigen derartigen Vorkommnissen uns davon Mitteilung zu machen. Mit bundesbrüderlichem Gruß Das Präsidium des K. J. V. gez. Robert Katz Erklärung In meinem Artikel über die Keilarbeit in Heft 7 des „J. St." habe ich einen Vorfall erwähnt, bei welchem ein früherer Bbr. während des Keilens unwahre Angaben gemacht hatte. An die Darstellung des Vorfalls habe ich die Bemerkung geknüpft, daß „der Betreffende einem Kreis angehört, der mit besonderem Pathos das Dogma der ,inneren Wahrhaftigkeit' verkündet und das Keilen als eine Profanation der reinen Idee empfindet" usw. Ich habe hiermit wie mit meinen weiteren Ausführungen allerdings darauf hinweisen wollen, daß in dem besprochenen Falle zwischen den Anschauungen des Betreffenden und dem mißglückten Keilversuch ein innerer Zusammenhang besteht. Keineswegs aber habe ich damit sagen wollen, daß diese Anschauungen zu solchen Ergebnissen führen müssen oder in der Regel führen. Ein Teil der Bbr. hat sich verletzt gefühlt, weil ich ihm durch die oben zitierten Worte vorgeworfen haben soll; daß er mit Wahrhaftigkeit prahle, in Wirklichkeit aber gern zum Lügen bereit sei. Ich habe nicht mit der Möglichkeit gerechnet, daß meine Worte so gedeutet werden können, erkläre aber, nachdem einige Bbr. zu dieser Deutung gekommen sind, daß mir so geartete Vorwürfe selbstverständlich ferngelegen haben. Arthur Stein