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Der jüdische Student · 1920-02-01 · Heft 1 (Februar 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 1 (Februar 1920)
Date
1920-02-01
Page
[Seite] (sequence 51)
Language
German
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Katz, K. J; V. und Jugendbewegung beide seit Kriegsende einen großen Aufschwuug genommen haben. Inn Blau-Weiß selbst herrscht nach wie vor Führermangel, weil er seine Besten immer wieder an die Landarbeit abgibt. Jedoch die 1500 K. J. V.-er, die verpflichteten und prädestinierten Führer unserer Jugend halten sich in hervorragendem Maße „stolzbescheiden" fern. Hierin muß eine Aenderung eintreten! Es darf heute nicht mehr das alleinige Ziel des zionistischen Ehrgeizes sein, Erstchargierter einer Verbindung zu werden; für uns K. J. V.-er gibt es jetzt weitere Gesichtspunkte zionistischer Leistung, wir müssen uns vergegenwärtigen, daß wir K.J.V.-er als Akademiker unserem Volke besonders verpflichtet sind, daß die Vorzüge der erworbenen Kenntnisse, unserer ungebundenen Lebenshaltung und unserer geistigen Stellung uns im besonderen Maße zum Dienste an der Sache des Ganzen verpflichten. Die Erziehung zur zionistischen Betätigung muß eine andere werben, wenn man bedenkt, daß mit der Entwicklung des Zionismus auch unsere zionistischen Aufgaben wachsen und sich ändern. Andere Tätigkeitsgebiete gibt es jetzt,, die es früher in diesem Maße nicht gab: die Erziehung unserer Jugend,, sowie die Erziehung und die soziale Arbeit unter den hier immer zahlreicher werdenden Ostjuden. Das Arbeitsprogramm unserer Verbindungen wird durch die Fülle der Aufgaben reichhaltiger. Man wird als völlig gleichwertige Gebiete anerkennen müssen: 1. die Werbearbeit für die Verbindung,. 2. Erziehungsarbeit innerhalb der Verbindungen, 3. Fortbildung der Aelteren (Hebräisch), 4. Außen- und Jugendarbeit. Hierauf gilt es die vorhandenen Kräfte zu verteilen. So sehr ich die unbedingte Notwendigkeit des Werbens für unsere Verbindungen anerkenne, glaube ich doch, daß es vom Standpunkt zionistischer Notwendigkeit gewertet, mindestens ebenso notwendig ist, im eigenen Hause Ordnung zu schaffen. Und wir müssen uns daran gewöhnen, daß unser Haus nicht nur das K. J. V., sondern der Zionismus in Deutschland ist. Und so meine ich, muß sich bei uns das Gefühl durchsetzen, daß wir K. J. V.-er verantwortlich sind für die zionistische Leistung und für den Stand der Jugendarbeit in der Gegend unseres Wohnsitzes. Wir müssen von jedem Bundesbruder, mag er in noch so entlegener Gegend isoliert wohnen, eine seinen Kräften und Möglichkeiten entsprechende zionistische Betätigung verlangen. Das Präsidium muß dahin wirken und mag die säumigen Bundesbrüder zur Verantwortung ziehen. Der Kampfansage Wunderlichs im J. St. gegen die Lauen im Kartell schließe ich mich völlig an: K.J. V.-er sein muß zur Arbeit verpflichten. Wenn also wirklich in verstärktem Maße unsere Bundesbrüder sich der Jugendarbeit widmen, wird es bald gelingen, das K. J. V. wieder zum wirklichen Mittelpunkt unserer ganzen großen Jugendbewegung zu machen. Natürlich dürfen wir dann aber auch nicht einigen wenigen Tüchtigen engherzig unsere Türen verschließen, weil sie zufällig und Gott sei Dank nicht Juristen oder Mediziner geworden sind, sondern die ökonomischen Bedürfnisse als Zionisten richtiger zu erfüllen imstande waren.*) Die Entwicklung muß und wird dahin gehen, daß das K. J. V. geistiger Mittelpunkt unserer Jugendbewegung wird: *) Hiermit meine ich nicht absolute „Sprengung des akademischen Rahmens", sondern Gutheißung von Ausnahmen.

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