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Der jüdische Student · 1920-02-01 · Heft 1 (Februar 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 1 (Februar 1920)
Date
1920-02-01
Page
[Seite] (sequence 50)
Language
German
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50 Katz, K. J. V. und Jugendbewegung, in Deutschland, die als solche überhaupt in Betracht kamen. Ihr Leben und ihre Erziehung waren streng vorgezeichnet. Die zionistischen Interessen ihrer Mitglieder beschränkten sich fast ausschließlich — und das auch bei den Besten — auf ihre interne Vereinsarbeit. Ihr Zionismus erschöpfte sich meistens mit der Tätigkeit für den B. J. C. oder das K. Z. V. Für diese setzten die jungen Zionisten ihr ehrliches Streben ein, und jeder glaubte, mit der Erfüllung einer Charge oder eines ähnlichen Amtes seinen zionistischen Pflichten schon hinreichend Tribut gezahlt zu haben. Die Außenarbeit, z. B. in den auch damals schon bestehenden Turnvereinen wurde nur von Wenigen mit Nachdruck und fast ohne Gegenliebe gefordert, und der Kampf der •eigenen Organisationen untereinander nahm einen breiten Raum ein. Kurz der zionistische Horizont reichte nicht weit über die Grenzen des eigenen Bundes hinaus. Die Arbeit, die notwendig gemeinsam getan werden mußte, z. B. in den Ortsgruppen für den N. F. usw. litt unter den Gegensätzen, die der ver- «einspolitische Partikularismus der verschiedenen Organisationen hineintrug. Die Entwicklung brachte das Primat des Zionismus. Es entstanden durch den Blau-Weiß und die Fusion gemeinsame Tätigkeitsgebiete, und die künstlichen unnatürlichen Gegensätze schwanden. Der Krieg kam und brachte der neuen Organisation der ganz Jungen, dem Blau-Weiß den Aufschwung, er überflügelte an Zahl weit die bestehenden Bünde und gewann vor allem dadurch an Bedeutung, daß er während des Krieges als einzige Jugendorganisation ein wirkliches Leben führen konnte und dadurch, daß im zionistischen Lager bald allgemein die Erkenntnis wach wurde, daß unsere Hauptaufgabe Erziehung der Jugend sei. Ueberall, wo ein tüchtiger K. J. V.-er oder sonstiger Zionist sich einige Zeit aufhielt, entstand ein Wanderbund. Verstand der Führer es, sich den geeigneten Nachwuchs bald heranzuziehen, so florierte der Bund, wenn nicht, fristete er sein Dasein unter der Leitung von ganz jungen Menschen, die einer sicheren Führung selbst noch dringend bedurften. Die vielen Probleme, die besonders aus den Kreisen der deutschen Jugendbewegung und des Jerubbaal auf sie einstürmten, mußten von diesen Jünglingen selbständig, ganz ohne Leitung verdaut werden. Viele waren infolge ihrer Jugend und Unreife zu gesundem eigenen Urteil unfähig, und der junge Führer mußte •doch zu jedem neuen Problem sofort seine Stellung haben, um den anderen wieder Führer sein zu können. So wurde schon die Grundlage unsicher, und mit der Zeit natürlich immer schiefer, je mehr unverdaute und halb verstandene Probleme sich aneinander reihten. Und so kam es an manchen Orten zu den Ausartungen, die viele von uns nach der Rückkehr aus dem Felde mit Entsetzen feststellten. Es fehlten während des Krieges die Führer, die nicht von jedem neu auftauchenden Gedanken sich aus der Bahn ihrer Entwicklung reißen ließen, die imstande waren, den Dingen gegenüber Abstand zu gewinnen. Und diese Führer fehlen auch heute noch in starkem Maße; denn anstatt daß die aus dem Kriege Heimkehrenden ihre ganze Kraft für die Jugendarbeit einsetzten, begann eine Kritik und ein gegenseitiges Ablehnen. Das Bekenntnis des Nichtverstehens hörte man von allen Seiten — bei Menschen vielleicht ein ganz bequemer Grund zum Nichtstun, — die einen wandten sich ab, die anderen richteten ihre Tätigkeit auf .neue Arbeitsgebiete, wie zum Beispiel Turnerschaft oder Hapoel haza'ir, die

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