Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 1 (Februar 1920)
- Date
- 1920-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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48> Katz, K. J. V. und Jugendbewegung lassen; die Folgen zeigen sich einerseits in der Tatsache, daß ein. so ver^ blendetes Buch* wjie .die ©r.o^chürie -von -H-a n s ••Q-oslar, 'erscheinen: kaam; und keimen Widerspruch findet,- 'andererseits in der Inversionsspdelerei vieler unserer Menschen, Ein© sachgemäße Erörterung dieser Dinge, eine; Führung durch die Probleme, die Freud und Blühet sauf weifen, eine ernste hafte Bemühung um däle Sexiialnot unserer ganzen Bundesbrüder, all das scheint mir durchaus zum Aufgabenkreis des K. J.V. zu-gehören. Deshalb hätte üeh es begrüßt, wenn «der. Mascheheparagrapji angenommen worden wäre, gerade weil Blumenfeld recht hat: daß man dann auch den und jjenen* diesen und noch einen würde 'herauswerfen müssen. Irgendwo muß man anfangen, und ich hätte gern den Wilen dazu in einer etwas deutlicheren Manifestation gesehen. Denn —- gerade bet Blumenfeld — ist dieser «Wille ganz zweifellos vorhanden, und vielleicht gelingt es uns wirklich, auch ohne Bestimmungen die von allen gewünschte Ent-, wicktog zu nehmen. * Nur Weniges blieb noch unerwähnt: Fritz L ö w en st ein hielt ein: sachlich-gutes*) Palästinareferat, das einten erfreulichen Beschluß nach sich; zog: das Kartell wird ein Instrument schaffen, durch das die hier zurückbleibenden Bundesbrüder für diejenigen sorgen, die nach Palästina gehenkönnen. Auch hier sind wir vom Stadium der Versprechungen im 'das der Verwairiklichung (getreten. Der Kartelltag wurde meist von Felix Rosenblüth geleitet. Seine wundervolle Ruhe tat uns allen wohl, besonders, da auch «die schwierigsten Situationen ihn nicht aus seiner teilnahmsvollen und doch überlegenen Haltung brachten. Die Wahl des neuen Präsidiums brachte keime Ueberraschungen; Celewer und seine Liste wurden ohne Gegenkandidaten mit sämtli-chen abgegebenen Stimmen gewählt. Der beste Wunsch» den das Kartell dem neuen PräsMuni zurufen kann, lautet: Macht eure Sache im großen und ganzen ebenso gut wie das vorige Präsfidtan. Vom ersten biis zum zweiten Kartelltag ist 'das K. J. V. wieder 'eine feste Organisation und eine echte Gemeinschaft geworden. Laßt die I d e e in ührieir ganzen Reinheit immer mehr zum einzigen Maßstab unseres Bundes werden. Das Kartell töte den Mauschel in uns, aber es-lebe in Jedem der nieue Jude. K. J. V. und Jugendbewegung Von Robert Katz. Wenn wir von einer jüdischen Jugendbewegung sprechen, so meinen wir damit zunächst, daß es eine Gruppe jüdischer Menschen gibt, die alle Lebenseindrücke und Erscheinungen nach der Art eines bestimmten menschlichen Lebensalters : der Jugend bewertet, auch wenn sie dem eigentlichen Alter dieser Jugend bereits nicht mehr angehört. Jugend ist eine Zeit des Uebergangs: „zwischen Kindheit und Mannheit." Die kindliche Hemmungs- und Harmlosigkeit verwandelt sich allmählich. *) Von Walter Moses ausgearbeitetes. F. L.