Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Frage der zforiistiscbeti Berufswahl 275 Und noch eine andere Bedeutung hat; die praktische Außenarbeit: wer sich nur theoretisch auf Zioit einstellt, ist erfahrungsgemäß den praktischen Aufgaben» die Palästina uns bietet, nicht gewachsen. Wer dagegen im Galuth bereits praktisch am jüdischen Volke gearbeitet hat, sei es auf den Arbeitsämtern oder sonstwo, ist sieher für den Aufbau besser vorbereitet, als wer sich dauernd im Gaiuth nur theoretisch in Palästinaprobleme versenkt. #' Zur Frage der zionistischen Berufswahl Zionistische Berufsausbildung Von'Bernhard Arinstein, Berlin Es ast entschieden zu begrüßen, daß den Fragen der beruflichen Aus- » bildung für Palästina im J. St. künftig mehr. Platz eingeräumt werden soll Damit wird aber sogleich die Frage akut: Wer ist kompetent, in beruflichen Fragen an Zionisten Rat zu erteilen, welches sind die Menschen oder die Instanzen, die in Bezug -auf das wirtschaftliche und kulturelle Leben Palästinas und der Nfassensiedelungsgebiete über hinreichende Sachkenntnis verfügen, so daß der im Anfang seines Studiums '. oder seiner sonstigen Ausbildung stehende Zionist sich vertrauensvoll an säe wenden kann? Im Sommer, vor der Londoner Konferenz, ist im J. St ein Entwurf für eine weitumfassende zionistische' Akademikerorganisation veröffentlicht worden, begleitet von einer Einladung zur Gründungskonferenz. Leider..: ist diese Konferenz nicht nur von uns nicht beschickt worden, und eine arbeitsfähige Organisation ist nicht entstanden.. Der Plan war, soviel \ mir klar wurde, eine berufsständische Organisation zu schaffen, die für die einzelnen Zweige des wissenschaftlichen und Erwerbslebens landsmaonschaftliche Sektionen bilden sollte. Diese hätten ihrerseits Beziehungen ihrer einzelnen Mitglieder zu Juden in hervorragender Wissenschaft- .■ iicher oder wirtschaftlicher Position in ihren Ländern" für Aufgaben nutz-' bar zu machen, die sieh die wissenschaftliche Erforschung" Palästinas •. und des Judentums, zum Ziele setzen, eine Tätigkeit, die mehr'darauf . gerichtet wäre, junge Mensehen für eine fruchtbare berufliche Tätigkeit .. in technischer, national-kultureller oder organisatorischer Richtung zu erziehen, sie zu hochqualifizierten Arbeitern" am Aufbau des nationalen r Lebens zu machen, war zunächst wohl weniger beabsichtigt. "Und doch ist es. eine bedauerliche Tatsache, daß im gegenwärtigen Moment, wo wir an dem Aufbau des Landes arbeiten müssen, wo uns.; die Forderung der in kolonisatorischen Dingen ' erfahrensten Großmacht. ,, in so umfassendemMaße zuteil wird, daß iii Palästina die Meinung aufkam, die englische Landesregierung. sei zionistisch besser instruiert und; eifriger als "die Organisation, der ~ Mangel an wirklich durchgebildeten Fachleuten unter den Zionisten an allen Ecken und Enden fühlbar ist.' . Andererseits stehen .in Deutschland, vorsichtiggeschätzt, einige Hub-; ~" dert.. junge Zionisten mischen. IS und 30 Jahren bereit mit dem heißen Wunsch,, sich so auszubilden, daß dem jüdischen Palästina oder der jüdischen Diaspora maximaler Nutzen aus ihrer beruflichen Tätigkeit' * .erwächst, ohne'daß Stellen vorhanden wären, .die ihnen wirklich züver- lässigen Rat und fachmännische Information erteilen könnten. Einiger.rna.8eii gut organisiert' ist die Berufsberatung und Überwachung der Ausbildung beiden Landwirten. . Hier hat-sich der Praktikantenbunxi - ■ allmählich zu einem nicht mehr wegzudenkenden wichtigen Glied in der . Äiifoauaktion. entwickelt ' Bei allen anderen Berufen liegen diese 'Dinge . ■' .noch'sehr im argen,"