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Der jüdische Student · 1920-08-01 · Heft 4 (August 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 4 (August 1920)
Date
1920-08-01
Page
[Seite] (sequence 46)
Language
German
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274 Die Entwicklung des K J.V. und seine Aufgaben Vorstößen nicht ohne Einfluß zu sein. Dagegen haben wir einen Sitz im Verfassungsausschuß angenommen, da durch die Neuordnung der Verfassung auch die Rechte der Juden betroffen werden. Mit dem K. C haben wir in Berlin in allen Außenfragen dauernd zusammengearbeitet. Wir erkannten an, daß auch die Zionisten jedenfalls die Rechte und Pflichten der übrigen deutschen Bürger haben. Der K. C. dagegen vertrat nach außen nicht mehr den Standpunkt, daß Zugehörigkeit zu einer fremden Nationalität unbedingt den Verlust der Gleichberechtigung nach sich zöge. Mit anderen Worten, der K. C sprach von deutschen Bürgern jüdischen Glaubens, wir von deutschen Bürgern jüdischer Nationalität. Die öffentliche Diskussion der gegensätzlichen Auffassung von jüdischer Erziehung vermieden wir um so lieber, als noch nie ein Vorteil daraus erwachsen ist» Deutsehvölkisehe, zum Richter über jüdische Erziehungsmethoden einzusetzen. Neuerdings ist in der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde ein Antrag Klee durchgegangen, daß eine gemischte Kommission unter Zuziehung jüngerer Akademiker aller Richtungen eingesetzt wird, die sieh mit der eventuell erforderlichen wirtschaftlichen Fürsorge für die studierenden Juden befassen soll In Frage kommt die Errichtung, eines akademischen Arbeitsnachweises und vielleicht' einer Darlehenskasse. . Die ■Grundbedingung jeder Außenarbeii ist die 'innere Einheit Wo K. C. und K.J.V. sich öffentlich in den Hauren liegen, werden stets beide gegeneinander ausgespielt werden. Zur Außenarbeit gehört ein vornehmes, zurückhaltendes Benehmen, unsererseits und .seitens der Ostjuden, für die wir eintreten. Besonders aus medizinischen Kollegs werden. Klagen über die Vordringlichkeit mancher Juden laut.. Alle die Fragen, der Außenarbeii gehören im orthodoxen Sinne kaum zur Aufgabe des Zionismus, sie fördern nicht die Besiedlung Palästinas und sind auch für die Schaffung eines jüdischen Volks tu mes höchstens von mittelbaren:! Werf; Aber sie gehören unzweifelhaft zur Arbeit am jüdischen Volke. Nachdem wir nun einmal im, Gallith nicht mehr eine' rein oppositionelle Richtung .bilden, sondern fast überall, zur Mitarbeit in den Gemeinden berufen sind, müssen wir unbedingt alles als unsere Aufgabe betrachten» was Irgendwie dem Judentum und der Judenschaft nottut.. Nur so .können wir mit der Zeit der Kerntrüpp .des Judentums werden. Daß .wir aber der Kerntrüpp des Judentums werden, ist nicht nur im Interesse des Galuthfudentums zu fordern, sondern es ist auch der einzige Weg, um' die. gesteigerten Anforderungen zu er- 'füllen, die Palästina heute an uns stellt Als ■ eine kleine Schar von. Fanatikern, werden wir diese Aufgaben nie erfüllen können, oder doch nicht so "schnell, '-wie es-*nötig" ist um den. Herren Palistinas ' unsere Leistungsfähigkeit zu beweisen.

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