Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 4 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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-als großer Mangel empfanden wird, durfte allgemein bekannt sein. Daß auf die vorgeschlagene Weise allerdings das gemeinschaftsstärkende (?) Durcheinanderschütteln der Bundesbrüder unmöglich wird, wird man als das geringere Uebel hinnehmen müssen. Interne Arbeit: Auch für diese wird es m, E. gut sein, wenn eine größere Stetigkeit an die Stelle der Wanderbewegung der K. J. V.-er tritt. Der große Fehler war doch bisher der, daß infolge der Kürze der ein» zeJnen Semester und der wechselnden Arbeitsleitung ein vollkommen durchgeführtes Erziehungs- und Ausbildungssystem unmöglich wurde, jede Verbindung wird hier "einen Plan auf mehrere Semester "auszuarbeiten und seine Durchführung durch Festhalten^ der Lehrer ifnd Schüler zu garantieren haben. Dabei ist es durchaus nicht nötwendig, daß alle Lehrfächer zu gleicher Zeit am gleichen Ort erteilt werden. Es wird z. B. möglich sein, daß die eine Verbindung sagen wir: einen zweisemestrigen Kurs über Geschichte der alten Zeit, einen zweisemestrigen Palästhiakurs und einen dreistündigen Kurs für Hebräisch 1 oder. je nach den zur Verfügung stehenden Lehrkräften eine andere Zusammenstellung veranstaltet; eine andere Verbindung wird dann z. B. einen zweisemestrigen Kurs über Oesenichte der jüngsten Zeit nebst systematischer Erörterung sozialer, wirtschaftlicher, politischer u, dgl. Probleme einen zweisemestrigen Kurs für Hebräisch II usw» usw. veranstalten. Hai eine Gruppe die Ausbildung einer Verbindung vollendet, so sind ihre Glieder zu überweisen an Verbindungen, deren Arbeitsplan für die betreffenden Semester die Fortsetzung derjenigen der ersten Verbindung gestattet Der gesamte Lehrstoff wird auf diese Weise ausreichend in insgesamt 5 bis 6 Semestern bewältigt werden können. Wer aus besonderen Gründen seine Ausbildung vorzeitig beendet oder wem mehr Zeit zur Verfügung steht, der kann sich in den folgenden Semestern vorzugsweise an den Spezialarbeiter beteiligen. ~~~ Dieses System hat den weiteren Vorzug, daß es die von vielen Seiten gewünschte Spezialisierung der Verbindungen verwirklicht» ohne eine Rtngbüdung zu begünstigen. " Die "externe Arbeit, die der internen parallel geht, wird zweckmäßig so zu verteilen sein, daß die mechanischen und leichteren Arbeilen in den ersten Semestern geleistet werden; das heißt zugleich, daß die Ausbildung und Erziehung der Anfangssemester möglichst an solchen Orten stattfindet wo vom K. j/V* hauptsächlich nur mechanische, keinesfalls aber leitende und organisierende Arbeit-verlangt wird. A eh n lieh wird die Arbeit der späteren Semester einzurichten sein. Ich glaube, daß sich diese Parallelität von allein einstellen wird, dajri der Rege! Menschen, die stärkere Fähigkeiten als der Durchschnitt haben, also wohl auch im allgemeinen zur Leitung der Ausb»5 imig älterer Bundesbrüder berufen sind, sich dort ansiedeln werden, wo ihnen zugleich ein fruchtbares externes Arbeitsfeld winkt Da hinter einer derartigen Organisation eine Zwangsgewalt stehen muJl deren bloßes Vorhandensein gute Funktion der Arbeitsverteilung ifn_ Karu-H zu verbürgen hat, halte ich es für ratsam, dem Uebenveisungsressorf des Präsidiums einen Kartcfi-Ehrcnrat für Ueberweisungssaehen anzugliedern, der als Berufungs- und Aufsichtsbehörde fungieren solh Wie ich mir seine Tätigkeit im emzeinen denke, will ich der Kürze halber hier nicht erörtern. Vorstehender Plan stelle ich zur Diskussion und hoffe — mögen die Dinge bidt gesteStan, wie sie wollen — daß er einige Anregung für unser Arbeitengeben wird, ~....... Ich' mochte nicht sehließen, ohne noch das Folgende gesagt zu haben: Die Bemerkung des Präsidtalberitht über das Verhältnis* gegenüber widerstrebenden Litern (S. 120) zeugt wieder einmal von der. in der zionistischen Jugendbewegung \v®li verbreiteten Veretandnialosigkeit für das Verhältnis Äischen Eitern und Kindern; so kurz und schematisch, wie vom Präsidium gewünscht ist dieses Problem, das vielen ein tiefgreifendes Dilemma ist, Bichl ab/ututi. Vielleicht habe ich später eine Gelegenheit auch auf diese Rl^viirige Frage die selbstverständlich nicht nur in Bezug auf die Dienst* pfl^hi praktisch wird —- ttes näheren, einzugehen*