Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 1 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
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29 Von Zeit zu Zeil läßt bei uns sich seh'n Auch ein Aller Herr. Nach unserm Ergeben Erkundigt er sich daim gönnerhaft Und auch nach dem Stande der Schwangerschaft Dann besuchen uns wohl so hin und wieder Ein'ge der liebwerten Bundeäbrüder, Die in Frankfurt weilen beim Miliar. Der Oppenheimer, Weinmann und Haas Und Leopold. (Es ist kein Spaß; Der erst' und der letzte --' wer ist da nicht stumm? — Die machten beide ihr Physikum, Und — es ziehe respektvoll ein jeder den Hut — Sie bestanden es beide sogar mit „gut4'.) — Soviel vom „Stammtisch Frankfurt am Main" . Gott helf ihm in gute Wochen hinein * 21. Mai . W. Eilbott K. J. V.-er Kriegsstammtisch ,Jvrial\ Bernburg. Aus der schönen Saalestadt Bernburg stammen 2 K. J. V.-er, der andere ist Hennarm Maschke (Hatikwah), Grund genug, von den Schicksalen dieser Stadt während des Krieges Einiges zu erfahren. In diesem Orte ist natürlich auch eine jüdische Gemeinde, und diese ist natürlich auch antrzionistiseb. Die dortigen Juden hsben aber das Pech, daß die Staden-ten, ihr Stolz, Zionisten sind. Selbst der K.C.-er. Da brach der Krieg aus. Jetzt mußte doch endlich die Geschichte mit dem Zionismus ein Ende nehken. Und es schien, als ob die Optimisten recht behielten. Alle die jungen Juden eilten zu den Fahnen (der Fußartillerie), und nur der untaugliche Unterzeichnete vegetierte (mit Unterstützung von B.ern dt und Hurwitz für einige Zeit) weiter, am dortigen Kreiskrankenhaus famulierend. Als ihn aber das K.J. V, Berlin dringend benötigte, reiste er fort, wenn auch blutenden Herzens, aber nicht, ohne für Ersatz gesorgt ra haben : Manfred T u c h 1 e r ließ sich als Assistenzarzt am Kreiskrankenhaus nieder und machte Bernburg in der zionistischen Welt noch weit bekannter (durch die J. R.j. Die Zeit verging nicht fruchtlos. Denn ßernburg wir bald eines jungen Faxen genesen (Embryo von.8 Monaten, am 1. Juni ist Notexamen!)» So lebte er als Dom im Auge der Gemeinde. Doch der Dom trieb junge Reiser, und wurde zu einein richtigen Dornbusch. Bei den guten Beziehungen zwischen der deutschen Heeresleitung, und der Zionistischen Organisation war es kein Wunder, daß diese plötzlich beschloß, das h R 65 von Magdeburg nach Bernburg zu verlegen. (Iß Magdeburg war doch nichts zu machen; R.-A. Bein dichtet seit Kriegsausbruch deutschnationale Lieder.) Mit diesem Regiment kamen am 1. April die Bbr. Siegbert Stein, Arthur S c h w e i t z e r und Erich Lands be r g er nach Bernburg. Der „Blau-Weiß"-Berfm hatte zum Einzug einige Vertreter geschickt, ebenso war der Unterfertigte in Bernburg eingetroffen. Da^nun sö viele Nationaljuden zusammen waren, entschloß man sich> dieses für Befnburg einzig dastehende Ereignis zu feiern, und es zugleich zu einer geschichtlichen Tatsache zu machen. Wie konnte man das anders als durch eine Gründung? Und so gründete man den „K. J. V.-er Kriegs-