Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 1 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Der Jüdische Studegt Angabe des Vor- und Faniiiiennaniens und der Bezeichnung „Präsidiafbeitrag S. S. 1915" auf das Postscheckkonto Dr. Henryk Cohn, Berlin W,50, No. 17491 beim Postscheckamt Berlin einzuzahlen. Nur die eingezogenen Bundesbrüder können die Beiträge durch Postanweisung an die Adresse von Bbr. Rechtsanwalt Erich C oh n, Berlin S.W. 68, Friedrichsir. 49, überweisen. 2, Finanzlage der Kartellverbindungen Auf Veranlassung des Finanzressorts fand eine eingehende Beratung über die Finanzlage der K. V. zwischen den Präsidiumsmitgliedern Walter Fischer und Henryk Cohn und den Bbr, Alfred Maass und AJfred Schwarz statt. Einige K. V. sind durch die erschwerten Existenzbedingungen stark beeinträchtigt worden. Die Mitglieder mancher Verbindungen, wie z. B. des Ruder-V. J. St., sind fast sämtlich einberufen . Die Verpflichtungen den Gläubigern gegenüber gehen jedoch weiter. Wir waren uns einig, daß es sich nicht nur darum handelt, die Verbindungen während des Krieges über Wasser zu halten, sondern es muß unter allen Umständen verhütet werden, daß d;e K. V. nach dem Kriege einen finanziellen Zusammenbruch erleiden. Denn das ist sicher: Die Gläubiger, die man jetzt unter dem Hinweise der Einberufung der Mitglieder zum Heeresdienst zeitweise beschwichtigen oder zu Stundungen veranlassen kann, werden nach dem Kriege ihre Forderungen mit a 1er Energie geltend machen. Und ebenso sind wir uns bewußt daß wir dann nicht im Handumdrehen größere Summen, die zweifellos nötig sein werden, aufbringen können. Deshalb muß unbedingt beizeiten Vorsorge getrotten werden. Mehrfach ist uns geklagt worden, daß manche Bundesbrüder den finanziellen Verpflichtungen ihrer Korporation gegenüber nicht nachkommen, daß der Glaube herrsche, im Kriege brauche man keine Beiträge zu zahlen. Diese Klagen betreffen, wie das Präsidium aus eigener Kenntnis bestäugen kann, auch Bundesbrüder, die zu Hause sitzen. Man sollte ein solches disziplinwidriges Verhalten bei uns nicht für möglich halten. Muß man nicht in ihmeinen Mangel an Verständnis für unsere Aufgabenundan Verantwortungsgefühl erblicken? Wem die ganze Einsetzung für unsere Ziele, wem die Anhänglichkeit an die Korporation kein leeres Gebilde ist, der wird das Pflichtbewußtsein in sich fühlen, auch ohne Aufforderung seine Liebe zum Kartell durch klingende Münze zu bekunden. Zur Besserung der Finanzlage der K. V. sind verschiedene Vorschläge gemacht worden, u. a. der einer Zentralisierung der Kassen der K. V. für die Dauer des Krieges in Berlin. Nach eingehender Prüfung sind die oben genannten Bundesbrüder