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Der jüdische Student · 1915-06-11 · Heft 1 (11.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 1 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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16 Der Jüdische Student Den Keilartikel, „Der Krieg und der K. C", schreibt Felix Goldmann, Er lächelt beinahe* wenn er an die letzten Jahre, insbesondere aber an desi „Kunsiwaristreit" und die tiefsinnigen und verschrobenen Anschauungen, die er zutage förderte» denkt. Alles das ist zerstoben wie Spreu vor dem Winde, der Krieg hat einfür allemal die Wahrheit enthüllt: Das ganze d eutsch e luden tum ist seinem innerste n Wesen nach'deutsch national.. Und wenn das deutsche Judentum dies durch die Tat — über seine Pflicht hinaus — bewiesen hat, so ist das ein bedeutender Erfolg der Ideen und der Arbeit des K. C, der es sich stets hat angelegen sein lassen, trotz aller Anfeindungen von außen und innen eine lebensfreudige Gesinnung zu fördern, das treue Beharren bei dem Bewußtsein zu erhalten, daß wir ebenso deutsch sind wie jeder andere unserer Mitbürger. So steht es dort Und auch in der Frage der Gleichberechtigung hat der Krieg mit dem bekannten Kaiserwort offenbar einen vollen Sieg gebracht, und so könnte es fast scheinen, als ob nun das prophetische Zeitalter angebrochen sei, in dem der K. C seine Existenzberechtigung verloren habe. Aber es scheint eben nur-so, und es genügt, wenn man mit unbefangenem Blick um sich schaut, um zu erkennen» daß nach dem Krieg die jüdischen Probleme sich gewaltig mehren, daß sie viel größer und schwieriger sein werden als jetzt, und daß gerade für den K. C höchstwahrscheinlich ein Kampf beginnen wird, der weit mehr Kraft erfordern wird als der vorherige. Nur oberfiachlidie und unhistorische Betrachtungsweise kann vermeinen, daß selbst die winzige reilfrage im großen judenproblem, die Gleichberechtigung der deutschen Juden im günstigen Sinne endgültig gelöst sei Die Lage äst sogar besonders gefährlich, Rückschläge müssen und werden kommen. Zwar die Rassentheorie ist erledigt, nämlich — durch Englands Bündnispolitik; aber die antisemitische alldeutsche Bewegung, die ja durch diesen Krieg ihren heißersehnten Traum erfüllt sieht, wird nach dem siegreichen Ende unendlich anwachsen, Und wenn die Beweise ihres; Deutschtums, die die Juden in diesem Kriege erbringen, nicht anerkannt werden, so besteht die große Gefahr, daß Enttäuschung und Verbitterung die deutschen Juden in Scharen den nationaljüdischen Bestrebungen zutreiben. Deshalb besteht auch die Aufgabe des K. C. in vollem Umfangt fort. Selbst die anscheinend für ihn bedeutsamste Tatsache, daß etwa die großen Studenten verbände von ihrem antisemitischen Standpunkte abgingen

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