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Der jüdische Student · 1915-06-11 · Heft 1 (11.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 1 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Der Jüdische Student 15 reibenden Kampf stark und froh machen soll. Ich bin gtücklich, nun im blutigen Ernste für die heilige Wahrheit unserer Idee zeugen zu dürfen, und stärker als je lodert in uns die Liebe zum deutschen Vaterland. Daß leider Gottes in der Heimat die ehrlosen Stimmen der Verleumdung nach nicht verstummt sind, vermag uns nicht zu entmutigen. Nur traurig, furchtbar traurig macht uns dies. Was wollen sie denn mehr als unser Blut? — Mögen sie doch an dem vergossenen unsererOlaubensbrüder weitere Rassesiudien treiben. — Die feindüchtn Kugeln machen sich'mit solcher Unterscheidung keine Mühe. DesJudentums wird sonst nur an folgenden vierStellen gedacht: — Die Gemeinde Karze! hat sich an dem jüdischen Neujahr sehr nett benommen, es waren etwa 25 -30 jüdische Soldaten in der Synagoge und die meistens waren abends und vormittags bei den jüdischen Bürgern zum Essen eingeladen. Sie lassen aife für die 'Freundlichkeit bestens danken, ebenfalls für die Mizwehs. — Nicht vom Schauplatz der Riesenschfächt . , . sende ich Dir diese Grüße — sondern ich sende sie Dir vom Riesengtabe des deutschen Antisemitismus,, an dem wir nun bereits seit 10 Wochen (der Brief ist vom 7 -Oktober) vorüberreiten. — Das Vaterland läßt uns die kostbarsten Opfer bringen — Schmach, wenn es für uns joden nicht die letzte Anerkennung zollte. — Die jüdische Frage beschäftigt mich hier ziemlich wenig, obgleich ich gerade jetzt ziemlich viel mit IC C-ern zusammenkomme und obgleich ich regelmäßig das Hamburger Famifienbiatt und die Jüdische Rundschau lese... {Karl Löwenstein, Redakteur der K, C-Blätter.) Im übrigen entspricht der Inhalt dieser reldkorrespondenz dem was die Tageszeitungen an Feldbriefen bringen. So urleilt der Reiehsiagsabgeordnete Ludwig H a a s? K, C-er, mit Recht über das September-Ofctober-Heft: Dz% ist eine gute Schützengrabenlektüre» Wir liegen in einem sehr nassen» dreckigen und schlammigen Schützengraben. — Aus den Verbandsnachrichten" interessieren uns vor allem die K e i i e r g e b n i s s e. Es nahmen auf Thuringta (Breslau) Z Bavaria (Heidelberg; 4, Sprevia (Berlin) 4, Licatia (München) 6, Ghibeliinia ■( Freiburg j L Rheno-Silesta (Bonn) 0, Viadnna (Dannstadt) rnburgia (Königsberg) 1, Saxo-Bavaria (Leipzig) 1, ■ * zusammen 19 neue Füxe —* ein Keilergebnis also, das nur etwa 40 pCt. des unseren beträgt Das Jamiar-Februarheft bringt einen „Aufruf zur Keilarbeit". Es mag zwar, heißt es darin, vielen als ein unberechtigtes Verfolgen partikularistischer Interessen erscheinen, wenn man in dieser Zeit auffordert, Propaganda zu machen für einen einzelnen Verband» Aber der Krieg raubt dem K. C nicht seine Daseinsberechtigung, ja im Gegenteil wird ihm erhöhte Lebensbetätigung geben zu neuem Schaffen innerhalb der uns gesteckten Ziele bis zu deren restlosen Erfüllung. Und Erstarkung des K. C bedeutet Erhaltung des Geistes, der beute innerhalb des deutschen Judentums so Großes vollbringt und der, weil man sich aus natörltctiem Herzensdräng in der Stunde der Not zu ihm .bekannt hat, auch der richtige ist;

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