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Der jüdische Student · 1915-06-11 · Heft 1 (11.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 1 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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14 Der jüdische Studetitv — Ich wünsche allen mitkämpfenden K, C-ern viel Glück und würde mich sehr freuen, wenn die geplante Nachrichten Verbindung klappen würde — Ich bin nun schon dreimal vervyundet, aber durch mein dickes Fell geht nichts durch — Auf meiner Bude bei Grieben, koscherer Wurst, Rauchfleisch, Kaviar, bayn Bier und Sekt — Wir werden die Rasselbande schon kriegen enthalten, der Aufnahme würdig befunden sind. Um so wertvoller ist die Feststellung, daß von allen Schreibern nur einer über die Bedeutung des Krieges für die Judenfrage nachdenkt: Frilz M a y e r, Bavanae. Er schreibt; Wenig macht uns hier außen so viel Freude, als wenn wir ab und zu etwas von den Gefährten unserer schönsten Jugendjahre hören, von denen man so plötzlich und jäh getrennt wurde und mh denen man sich doch gerade jetzt doppelt innerlich verbunden fühlt, da die Idee, die uns alle beherrscht, zu lebendiger Wirklichkeit geworden ist. Es gäbe nur eine einzige Taufe, dte zum Deutschtum führe, hat Riesser einstens gesagt, die des Blutes, und wir jungen haben bei unseren Knerpreden uns so gern in die Brust geworfen und haben auf unsere Väter gewiesen, die in der großen Einigungsze.it Deutschlands diese Taufe an sich vollzöge« haben. Nun ist uns selbst das große Glück beschieden, ihnen nacheifern zu dütfen. Du verstehst mich wohl mein lieber Freund! Nicht als ob ich die Tatsache dieses schrecklichen-Krieges als ein Glück bezeichnen wollte, aber der Unistand erfüllt mich mit froher Genugtuung, daß uns infolge dieser w e H g e s chic h t liehen N o t w e n d i g k e i i Gelegenheit gegeben äst, die 'Blattaufe zum Deutschtum an uns zu vollziehen. Darum dürfen wir auch bei aller Trauer, die uns erfüllen mag, nicht jammern über den Tod so mancher Heben Bundesbrüder, Ist er doch die letzte freudige Hingabe an die große Liebe, die uns alle umschlingt, die zu tfuserm Deutschland. Und wenn mir im Feindesland tmmzl etwas Menschliches passieren sollte, so sag denen, die es interessiert, daß ich sterben durfte, und redet auch daheim nicht so viel von den Opfern, die wir für unser Vaterland brachten. Denn Opfern setzt immer eine überwindende Dargabe der Persönlichkeit voraus, was wir aber hier außen tun, ist lediglich Selbstverständliches, das ausüben zu dürfen uns vergönnt ist. Wir sind eben auch im Felde K. C.«er, und dieser Ausdruck umfaßt all unser Sehnen und Denken und unsere großen Pflichten* Die aber, welche auch heute noch am Biertisch gar so leichtsinnig mit dem heiligen Namen „Vaterland" unigehen, die laß! nur ruhig reden. Uns können sie nimmermehr die Gewißheit rauben, daß wir ein herrliches deutsches Valeriana als unverlierbaren Beste unser nennen dürfen. Das ist das Schönste, was wir aus diesem Kriege an Lehren und Erfahrungen schöpfen dürfen. Worte, die von einem tief sittlichen und ehrlich selbstlosen Empfinden zeugen, wie es selten genug in den deutschen Herzen der Assimilanten wohnt, die uns wünschen lassep, daß der Schreiber auch sein Judentum noch einmal so klar und innig erlebe wie bisher sein Deutschtum. Derselbe Fritz M ay e r schreibt ein andermal; Zugleich mit Deinen Karten traf von daheim nach öwöchentiiehem Unterwegssein mein geliebtes Cöuleurband ein, das ich seitdem als Talisman frage. Führt es mir doch jeden Augenblick vor Augen, was gerade uns junge deutsche Juden in diesem furchtbareni tind auf-

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