Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 1 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Der Jüdische Student vogei, die Pfadfinderbünde und manche losen Wandervereinigungen. In keinem Falle aber kann es demjenigen Teile der deutschen Jugend, der auf deutschvaterländischem Boden steht, gleichgiltig sein, daß hier — nämlich in einem Artikel von Felix Rosenblüth in der „Jüdischen Rundschau" — Jugendorganisationen prGpaoierl werden, die, so wie sie jetzt geleitet werden, mit Notwendigkeit zur Verkümmerung des Deutschbewußtseins führen. Der Blau-Weiß sei kryptozionisiiseh. Die Neutralität ist weiter nichts als das Aushängeschild, dessen man nicht entraten kann, um die jüdische Jugend anzulocken; hat man sie erst im Blau-Weiß, so ist man seiner Sache sicher. Das ist eine Verlogenheit, die zu geißeln kein Wort scharf genug ist und die allein scho.» Grund ist, den Blau-Weiß-Bund aufs schärfste zu bekämpfen. Die Undeutschheit des Blau-Weiß wird an seinem Liederbuch demonstriert Seine schärfste Kritik wendet Mayer gegen die darin enthaltenen Jargoniieder, ihre Sprache erfüllt ihn mit Ekel und Verachtung, ihre Melodien widersprechen seinem künstlerischen Empfinden, Er resümiert: Unsere deutsch-jüdische Jugend kann jüdische Volkslieder nur gebrauchen, wenn sie nach Text, Melodie und Rhythmus sich mi\ deutschem Empfinden vereinen lassen l Daß der Blau-Weiß-Bund nicht nur in Deutschland, sondern auch in Oesterreich, Gaiizien, Rumänien und speziell auch in Palä tina wandere, rechtfertige die Zusammenstellung des Liederbuchs nicht. Im Gegenteil, dadurch wird die Sache nur noch schlimmer. Denn nachdem einmal die geschichtliche Entwicklung den jüdischen Stamm gespalten habe, ist von der früher vorhanden gewesenen völkischen Einheit so wenig mehr übrig geblieben, daß die europäischen Juden heute ebenso vielen Nationen angehören, wie Europa selbst auch, und wenn deutsche Juden diese Entwicklung rückgängig machen wollten, sc könnten sie das nur auf Kosten ihres Deutschtums. Möchte man sich* aber damit herausreden, man habe vieles gebracht, um jedem etwas bringen zu können, so muß auch das zurück gewiesen werden, * denn die deutschen Juden seien in dem Liederbuche leer ausgegangen. Wohl wird die schlanke Zeder und der iordan besungen, des Heldengeschlechts der Makkabäer (mit Recht) gedacht aber nach einem Liede zum Preise des deutschen Waldes, der deutschen Berge, des Rheinstroms, des für Deutschlands Freiheit 1813 und Deutschlands Einheit 1870 vergossenen jüdischen Bluts, darnach habe ich vergebens gesucht. ... So sieht eben die in der Theorie so hoch und heilig versicherte Neutralität in praxi aus. Der BI iU-Weiß müsse von allen deutschen Juden abgeschüttelt werden, damit er nicht ihren Gegnern Argumente liefere.