Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 1 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 11 Förderung des Vortragswesens im K.C verlangt Bruno FeilchenfeJd, anknüpfend an eine Bemerkung Holländers aus dem Jahre 1911, im K.C. herrsche eine „gewisse geistige Blutarmut". Er wies darauf hin, daß, je mehr der rein äußerliche Antisemitismus in den Reihen der Studentenschaft schwinde, um so mehr eine Organisation verflachen müsse, die nur auf Bekämpfung des Antisemitismus zugeschnitten sei. So bitter notwendig jener Kampf noch immer sei, so könne er uns K. C.-er doch nicht allein ausfüllen Daraus folgerte Holländer: „Die innerliche Durchdringung mit allen Fragen des Judentums ist Ziel unserer Arbeit." Dein K. C fehle es an System und Nachhaltigkeit in dieser Arbeit. Es wechselten ganz unregelmäßig Zeiten eingehender Beschäftigung mit der Tendenz mit anderen, in denen nichts für die wissenschaftliche Fortbildung der Aktivitas geleistet wurde. Es war stets eine Personalfrage, ob das nächste Semester außer dem studentischen Leben und Treiben den Buudesbrüdern größere Werte bieten würde oder nicht. Ein innerliches Bedürfnis aller oder auch nur einer geringen Mehrheit war nirgends vorhanden. Inzwischen habe der K. C keinen erheblichen Fortschritt gemacht. Zwar die Tendenzfuchsenstunden werden mit dem — hoffentlich recht bald erscheinenden. — Leitfaden des Geschäftsführenden Ausschusses in kurzer Zeit auf eine neue Basis gesteht werden, so daß eine Untersuchung darüber heute überflüssig erscheint» Aber an dem Vortrags- und Diskussionswesen habe der G. A. bisher nichts gebessert. Auf Grund seiner Materialsammlung und -prüfung kommt F. zu dem Ergebnis, daß die Vorträge nur dann Interesse erweckten und befriedigten, wenn sie von älteren K. C.-ern, Alten Herren oder Inaktiven oder Gästen gehalten würden, während die Aktivitas allein Befriedigendes nicht zu leisten vermochte. — Das zwanzigjährige Bestehen der S p r e v i a feiert Dr. Fritz Rahmer in einem „Furchtlos und treu" betitelten „Vorwort". Furchtlosigkeit und Treue werden als die Voraussetzungen der Gründung der „Sprevia" gefeiert, und diese wertvollen Eigenschaften haben neuerdings, nachdem der schwere Kampf nach außen etwas nachgelassen habe, ein neues Gebiet der Betätigung gefunden, nämlich; Gerade in der jüngsten Zeit, die im Zeichen der Abwehr chauvinistisch-jüdisch nationaler Uebcrgrüfe steht, hat man uns als beachtenswerten Bundesgenossen, als wichtigen Vortrupp schätzen gelernt der nicht zu entbehren ist, wo es den Kleinkrieg gilt gegen das chauvinistische Wühlen in den Kreisen der jüngsten jüdischen Akademiker. — „Mißstände im Fechtunterricht" bespricht Dr. Max M a i n z e r Frankfurt a. M. Eine s ta t i s t i s c4\ e Tabelle gibt eine Uebersicht über den „Aktivenbestand der größten studentischen Verbände im