Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 12 (1915-1916)
- Issue
- Heft 1 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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s Der Jüdische Student Verhältnissen Rechnung zu tragen. Es ist doch nicht angängig, daß heute noch Füxe in Anschauungen erzogen werden, die sich einst im B.J. C im Kampf gegen das K. Z.V. herausgebildet haben! Wenn man sich zu dem notwendigen Umlernen nicht entschließt, so muß das auf der; anderen Seite zur Folge haben, daß die ehemaligen K. Z. V.-er (in einem nun berechtigten Mißtrauen) wieder für die Aufnahme des Wortes „Zionismus44 ins Programm mit aller Kraft und mit allen Mitteln agitieren! Aus solchen Gesichtspunkten entstand dieser Brief. Er ist in der Ueberzeugung geschrieben, daß böser Wille auf keiner Seite besteht, daß aber auf. beiden Seiten noch umgelernt und neu gedacht werden muß. Mögen meine Zeilen zum erstrebten Endziel völliger Einheitlichkeit ihr Teil beitragen! Der K. C. im Kriege Von den K. C-Blättern sind seit Kriegsausbruch vier Hefte erschienen*) Das erste,vom 1. August 1914 datiert, ist allerdings noch vor dem Kriege zusammengestellt Nur sein Leitartikel, „Krieg oder Frieden'4, anonym, befaßt sich mit der Frage des Tages, Er konstatiert, daß die nationale Hochflut, die das deutsche \folk durchbraust, alle die künstlichen Trennungsmauern hinweggerissen habe, die von Antisemiten und — leider — auch von Nationaljuden aufgerichtet seien. Auch diejenigen unserer Glaubensgenossen, welche durch jent Rassentheorien oder durch die antisemitische Strömung verwirrt selbst an ihrem Deutschtum zu zweifeln begonnen haben, auch sie werden in diesen Tagen klar empfunden haben, wohin sie gehören. Auch sie werden gefühlt haben, wie innig sie mit dem deutschen Volke, mit deutscher Kultur und unserer deutschen Heimat verwachsen sind, und trotz aller gekünstelten Konstruktionen wird sich auch ihnen die Liebe zu ihrem Vaterlande geoffenbart haben, die unabhängig ist von allen Rassentheorien und von Begei&terung. Sollte tatsächlich in den nächsten Tagen der Ruf zu den Waffen ergehen, so werde kein Jude es an sich fehlen lassen. Der größte Teil unserer Verbandsbrüder wird mit ins Feld rucken. Nur verhältnismäßig wenigen von ihnen hat man schon in Friedenszeiten gestattet, den Offizier&rock zu tragen. Viele, die würdig waren, hat man nur für den Ernstfcü 2U Offizieren bestimmt Aber diese Zurücksetzungen können unsere von äufleren Vorteilen unabhängige Vaterlandsliebe nicht beeinflussen . . . . Pro patria. *) Das 5. ist inzwischen erschienen und wird im nächsten Heft besprochen werden<