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Der jüdische Student · 1915-06-11 · Heft 1 (11.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 1 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Der Jüdische Student Nun ist es aber m. E. andererseits ebenso natürlich, daß jetzt bei diesem zionistischen Programm die alten Argumentationen in Fortfall kommen, die früher seitens des B.J, C gegen das K. Z, V. angewandt zu werden pfleg'en. Es ist ja erfreulicherweise heute nicht mehr nötig, die alten Einwände zu wiederholen, deren .sich das K. Z, V. gegen jene Argumentationen bediente. Denn heute haben wir ein zionistisches Programm; wie es formuliert ist, bleibt gleichgiltig. Und es ist deshalb heute nicht mehr gut angängig, zu sagen, daß ein zionistisches Programm die Mitglieder in ihrer Entwicklung hemme. Es geht aber aus den unbeanstandeten Erörterungen des oben zitierten Bundesbruders hervor, daß man in manchen Kreisen versucht, einen Unterschied zwischen dem „Zionismus" und einem irgendwie darüber hinausgehenden jüdischen Ideal zu konstruieren. Was aber dieser Bundesbruder da (unter Billigung der Burschenprüfungskommission} ausführt, ist entweder meinem schlichten Verstände nicht zugänglich, oder aber: es ist Unsinn, Ich neige zur letzteren Annahme. Denn alles, was er dort als über den Zionismus, hinausgehend bezeichnet, liegt tatsächlich in dem großen Komplex von Bestrebungen, die wir unter dem Namen Zionismus zusammenzufassen gewohnt sind, Und es wäre aucn durchaus im Widerstreit mit den Tatsachen, demgegenüber etwa einen engeren Parteizionismus konstruieren zu wollen. Ich wüßte jedenfalls nichts in den Rahmen unserer Bestrebungen Faltendes, was nicht auch Gegenstand der Kongreßdebatten unserer Partei oder der Arbeit ihrer Inst itutionen sein könnte. Aus dem oben Gesagten wird erhellen, daß notwendig Unsinn herauskommen muß, wenn man eine alte Ideologie mit den neuen Verhältnissen in Einklang bringen will. Eine so ausführliche Erörterung im Anschluß an die Prüfungsarbeit eines Fuxen könnte töricht erscheinen. Auch dann noch, wenn sie nicht gegen den Fuxen, sondern gegen die aus älteren Bundesbrüdern bestehende Kommission gerichtet wird. Aber um des speziellen Falles willen hätte ich nicht eine Zeile geschrieben, hätte ich nicht Grund zu der Annahme, daß dieser Fall symptomatisch ist Man hat nämlich auf beiden Seiten noch nicht begriffen, daß mit dem Karteiltagsbeschluß vom Juli 1914 die Fusion noch keineswegs vollzögen ist Man hat zwar eingesehen, daß ein persönlicher Zusammenschluß der bisher getrennten Kreise notwendig ist. Aber das ist erst ein Teil der Aufgabe. Der andere Hegt darin, auf beiden Seiten die alte spezifisch« Korporationsideologie zu vergessen, die aus den Gegensätzen erwuchs, und eine neue zu schaffen, die dem Wesen des neuen Kartells wahrhaft entspricht Es ist' gefährlich für den Bestand unseres Kartells, wenn nicht'.beide Seitensich entschließen, dqn-veränderten-

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