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Der jüdische Student · 1915-06-11 · Heft 1 (11.6.1915) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
12 (1915-1916)
Issue
Heft 1 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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6 Historisch sehen wir den Tatbestand,daßdasalteK Z.V.das Wort „Zionismus" im Namen und im Programm hatte und daß demgegenüber vom B.J.C dahin argumentiert wurde, ein parteipolitisches Programm gehöre nicht in eine studentische Korporation und hemme die Entwicklung der Mitglieder, indem es sie einenge und festlege. Weder das Programm des K.Z.V. noch die Argumentation des BJ. C. sind au tonom entstanden. Das Programm des K. Z. Venthielt in seiner Formulierung ganz deutlich eine Spitze gegen den B. J. C und wäre ohne dessen Existenz in dieser Form kaum denkbar gewesen. Andererseits verdankte das B.j. C-Programm seine Entstehung keineswegs den Erwägungen, die später gegen das K. Z. V. geltend gemacht wurden. Diese Erwägungen entstanden vielmehr als Waffe im Kampfe gegen das K. Z. V. und wurden dann zu einem festen Bestandteil der Keilphraseologie. Mit der Fusion ist nun ein neues Faktum eingetreten. Die zionistischen Akademiker Deutschlands kamen aus beiden Lagern zusammen, um ein neues gemeinsames Programm zionistischer Tende nz zu beraten. Der B. ]. C war also bereit/ sich offen zum zionistischen Programm zu bekennen. Ich möchte nun hier auf ein sehr wesentliches Moment hinweisen, das inder Aufregung der beiden Kreise zur Zeit der Fusionsbildung immer übersehen worden ist. Es ist nämlich durchaus nicht selbstverständlich, daß sich in einem zionistischen Programm auch das Wort „Zionismus" f i n d e t. Das wurde zwar von den K. Z.V.-ern aus Mißtrauen teils» teils aus einer Art alter K. Z.V.-er-Ideoiogie heraus gefordert Aber wenn man unbeeinflußt von irgendwelcher historischen oder sonstigen Rücksichtnahme ein zionistisches Programm formulieren will, so ist es doch eigentlich das Natürliche, daß man i n ei ner allgemeinverständlichen Form die Bestrebungen zum Ausdruck b r i n gt, die für uns. in dem Wort ,,Zionism u s" liegen, welches für sich a 11 e i n ] a nur e in e m kleinen eingeweihten Kreise etwas besagen kann. Das alte K. Z. Wer-Prograrnm („offizielle Vertretung der zionistischen Studentenschaft Deutschlands**) war ja eigentlich gar kein Programm in diesem Sinn und — wie gesagt — ohne den Gegensatz zum B. J. C. in dieser Form gar nicht denkbar. Das neu e K. J.V.-Program m, das die zionistische Tendenz in einer allgemein verständlichen Weise zu formulieren bezweckte und durch Verschwinden des Gegensatzes zwischen B. j. C und K Z. V. autonom entstehen konnte, ist d a n a c h i n $ e i n e r vorliegende n F o r m entschieden n a t ü r I i eher u nd d a m i t auch besser, als wenn es d as Wo ri nZ i o n i s m u s" mit en t h i eIte. (Es ist nämlich gar nicht einfach, ein Programm zu formulieren, das das Wort enthält und gleichzeitig definiert)

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