Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 5 (1.11.1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Judische Student 133 Die V.J. St.-en im Sommersemester 1914 Verein Jüdischer Studenten an der Universität Berlin Gegr. 4. Juli 1895, — Farben: Blau-weiß-gelb Kneipe u. Briefablage: Charlottenburg, Caaerstr. 22. Tel. Wilhelm 4907. Wir eröffneten unser 39. Semester mit einer Korona von zehn Burschen und fü if Brandern, zu denen noch fünf krasse Füxe hinzukamen. Die Chargen wurden folgendermaßen besetzt: med. Luitpold B a k o n X med. dent Salli Levi x/F.W. med. dent. Carl David XXX K. W. Den wissenschaftlichen Fuxenunterricht erteilen A. H. Bernstein und a B. Abramzcyk. Vorträge und Kurse fördern die jüdische Ausbildung der Bundesbrüder, von denen nur einige erwähnt seien: A. H. Dr. Martin Rosenblüth: „Institutionen der zionistischen Organisation". a. B. Richard Abramzcyk: „Pentateuch und seine Kritik'1. A. H. Dr. Salli Hirsch: „Der Leipziger Delegiertentag4'. Der Fechtbetrieb ist natürlich stramm. Regelmäßig treiben wir auf dem akademischen Sportplatz im Grunewald Leichtathletik, und auch an fröhlichen Gelagen bei Bier und Bowle fehlt es nicht. Doch das sind Dinge, die selbstverständlich sind. Das Neue und diesem Semester Eigentümliche sind unsere Wanderungen. Mit Rucksack und Kocher durchstreifen wir die Mark fast Sonntag für Sonntag. Manch einer der Bundesbrüder, die mit einer gewissen Scheu nach Berlin, der qualmenden Riesenstadt, kamen, wird noch lange an die stillen Abendstunden am Stechlin denken, an das Wandern in den strahlenden Frühling der mecklenburgischen Lande. Dem Murmeln der kleinen märkischen Seen mit ihren sagenschweren Namen haben wir gelauscht, die noch voll keuscher Unberührtheit inmitten hoher Kieferwaldungen ruhen, und sind still weitergegangen, um ihren Dornröschenschlaf nicht zu stören. Aber auch den größen, vornehmen Herren haben wir unseren Besuch abgestattet, dem Scharmützelsee, dem Werbellinsee, und wie sie alle heißen. Das herb-schöne Freienwaide, das alte Chorin und das anmutige Rheinsberg haben wir in uns aufgenommen. So gingen wir Großstadtkinder aus, die Natur zu suchen, und wir haben dabei auch Menschen gefunden. In al der Freiheit und Ungebundenheit sind wir durch gemeinsames Erleben enger mit einander verknüpft, als es wohl sonst geschehen mag. Natürlicher sind wir geworden, frischer und freudiger. Junge Juden! Nie ward uns dieses Wort mehr zum Bewußtsein. Es waren Feierstunden des Lebens. P e r s o n a I i a : Kurt R o s e n t h a I bestand sein Referendarexamen und wurde A, H Die i. a. B Walter Pohly, Bachrach, Ltssauer, Israel, Rosenbaum bestanden ihr mediz. Staatsexamen mit „gut44. 24. Juli Bakon X