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Der jüdische Student · 1914-11-01 · Heft 5 (1.11.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 5 (1.11.1914)
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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128 Der Jüdische Student Das Kartell Zionistischer Verbindungen (K.Z.V.) wurde im Jahre 1906 durch die Verbindung Hasmonaea in Berlin, die seit dem jähre 1902 einen schweren, aber erfolgreichen Pionierkampf um die Ausbreitung des zionistischen Gedankens in der Studentenschaft geführt hatte, und durch ihre Tochterverbindung J o r d a n i a in München gegründet. Das Programm des K. Z. V. lautete: Das K. Z. V. hat den Zweck, die Idee des Zionismus zu fördern, seine Mitglieder in der jüdischen Geschichte und Literatur fortzubilden und neben der Pflege der Geselligkeit auch für die körperliche Ausbildung der Bundesbrüder Sorge zu tragen. Die Gründung der Verbindungen I v r i a in Freiburg, Z e p h i r a h in Breslau, der Stammtische K a d i m a h in Straßburg f. E. und H a t i k w a h in Halle a. S. bewiesen die Lebenskraft des jungen Kartells, das — als die Vertretung der zionistischen Studentenschaft in Deutschland — keinen leichten Stand hatte. Ein im Jahre 1913 geschlossener Bund mit der Wiener KadimahT die, im Jahre 1882 begründet, unter den zionistischen Verbindungen die älteste ist, zeigte, daß sich das Kartell auch außerhalb der Reichsgrenzen Geltung verschafft hatte. Von Anfang an verband die beiden Kartelle eine enge Freundschaft, die jedoch die Gefahr von Konflikten mit Notwendigkeit in sich trug. Gerade die Gemeinschaftlichkeit des Zieles und die innere Einheitlichkeit der leitenden Gedanken mußte zu einer Rivalität führen, die bei der Werbearbeit in einem der gemeinsamen Sache mehr schädlichen als nützlichen Konkurrenzkampf umsomehr ihren Ausdruck finden konnte, als manche unserer, teilweise noch jungen Korporationen immer von neuem um ihre äußere Existenz zu ringen hatten. Eine radikale Beseitigung der Gefahr war nur durch eine Verschmelzung beider Kartelle möglich. Zum Zusammenschluß drängten aber auch andere Kräfte« In einer Zeit, wo alle Gegner des Zionismus und Nationaljudentums sich einheitlich organisierten, wurde das Gefühl besonders mächtig, daß alle Gleichgesinnten auf der anderen Seite in treuer Kameradschaft in geschlossener Kampffront zusammenstehen müßten. Dieses Gefühl hatte auch in letzter Zeit außerhalb des eigentlichen Corporationslebens B.J. C.-er und K. Z. V.-er besonders der jungen Generationen enger als je zusammengeführt. Sie schufen die Palastinatahrten, die auch in der Berichtsperiode, im Frühjahr 1914, B,J. C.-er und K. Z. V.-er auf gemeinsarper Wanderung durch Palästina führten, und sie vereinigten sich zu gemeinsamer Arbeit in der Jüdischen Turnerschaft und besonders in den .Jüdischen Wanderbünden Blau-Weiß1'. Die zum 19. Juli 1914 nach Berlin einberufenen außerordentlichen K a r t e 111 a g e des B. J. C. und des K. Z. V. erklärten die Fusion für notwendig, und der im unmittelbaren Anschluß daran stattfindende erste gemeinschaftliche Kartelltag erklärte das neue Kartell Jüdischer Verbindungen für begründet. Das K. J. V. ist eine enge bundesbrüderliche Gemeinschaft mit einheitlicher Leitung und einheitlichen studentischen Organisationsformen und mit gleichen Jüdischen Erziehungszielen. Das gemeinsame Programm lautet:

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