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Der jüdische Student · 1914-11-01 · Heft 5 (1.11.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 5 (1.11.1914)
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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Der Jüdische Student 127 geworden wäre oder nicht — diese Frage hätte ihre primäre Bedeutung eingebüßt. Er hätte ja nun für seinen Lebenswillen ein ungleich höheres Ziel gehabt; ein solches, das ihm Kraft und Rückgrat gab und an das er Kraft und Rückgrat verwandte. Und beruflich hätte er Mediziner sein können oder Jurist (oder auch Journalist), der wie die tausend andern mit pflichtmäßigem Ernst seinen Posten im bürgerlichen Leben ausfüllt, der wie die tausend andern pflichttreu an der ihm einmal zugewiesenen Stelle steht. Aber was er nun außerhalb seines Berufes betrieb, es wäre kein Dilettieren mehr, sondern die Mitarbeit an einem Werk, das Faust nach Irrfahrten als höchstes charakterisiert. Hier liegt der Unterschied zwischen Arnold Beers Lebensauffassung und der unsern. Es war ein tapferer und kluger Schritt, nach Erkenntnis seiner Fähigkeiten sich in ihnen und nur in ihnen ausleben zu wollen. Aber es wäre noch viel höherstehend gewesen, im Dienste einer Sache über der Person (und letzten Endes doch in ihr) sein Leben zu gestalten. Das K. J.V. im Sommersemester 1914 Bericht des Präsidiums Der erste Semesterbericht des K SN* felis Jüdischer Verbinbindungen (K.J.V.) ist der letzte der altenVerbände des B.J.C. und desK.Z.V. Der Bund Jüdischfer Corporationen (B.J.C.) entstand im Jahre 1901 durch den Zusammenschluß der Vereine J ü d i s c h e r S t u - d e n t e n an den Universitären Berlin, Breslau und M ünche n. Sein Programm die Oedanken, mit denen der V.J. St. Berlin im Jahre 1895 hervorgetreten war - erhielt auf dem Gründungskartelltage folgende Fassung; Der BJ. C. ist der Sammelpunkt aller jüdischen Studenten, die sich bewußt als Juden fühlen und an der Entwickelung eines lebendigen Judentums mitarbeiten wollen. In einer Zeit, da die Auflösung jüdischen Stammesbewußtseins und Gemeinschaftsempfindens unser Volk vor eine Schicksalsfrage steifte, erwies sich dieser Aufruf zu nationaler Selbstbesinnung und Sammlung als ein wirksamer Appell an die Jugend, und so entstanden in rascher Folge die V.J.St.-en Charlottenburg, Straß bürg, Frei bürg i.Br., Königsberg i\ Pr t Marburg, Maccabaea-Berlin, Bonn und Heidelberg, von denen Marburg und Straßburg später wieder aufgegeben wurden. Eine wertvolle Bereicherung erhielt der B. J. C in der Ruderabteilung der Berliner Corporationen, die, nach mehrjähriger, energischer Arbeit im letzten Semester zu einer selbständigen Corporation umgestaltet, gegenwärtig die erste und einzige akademische Vertretung des im Autblühen begriffenen jüdischen Rudersports in Deutschland darstellt

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