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Der jüdische Student · 1914-11-01 · Heft 5 (1.11.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 5 (1.11.1914)
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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94 Der Judische Student heroische Schwachheit. Seitdem ist dieses Nationalbewußtsein zu der außerordentlichen Höhe, die es in der Gegenwart erreicht hat, gestiegen. Fragen wir uns, warum, so liegt als tiefster Grund der Entwicklung eine große Wandlung des nationalen Seelenlebens vor, die sich bei den Völkern höchster Kultur immer wieder verfolgen läßt und die darauf hinausläuft, dem einzelnen ein weit höheres Bewußtsein seines Zusammenhanges mit den geschichtlichen Elementen sowie mit den nationalen Kreisen der ihn umgebenden lebendigen Umwelt zu verleihen Man darf sagen, dieser Nationalismus ist heute die größte bewegende Kraft der Weltgeschichte überhaupt" Diese nationalen Instinkte haben zu einer kriegerischen Entladung geführt, weil sie sich mit Macht- und Herrschaftstendenzen verbinden. Ihre reinen und segensreichen Früchte werden wir erst dann genießen, wenn diese einander feindlichen Bestrebungen ihr Gleichgewicht gefunden haben. Und dieses Gleichgewicht wird, davon sind wir felsenfest überzeugt, durch den Sieg der deutschen Waffen geschaffen werden. Der ungeheuren Leistung, die zu vollbringen das deutsche Volk mit einer wundervollen Zuversicht unternommen hat, muß mit voller Berechtigung, ja mit Notwendigkeit ein ebenso ungeheures Wachsen des nationalen Selbstgefühls entsprölhen. Dieses ebenso starke wie in seinem tiefsten Innern bescheidene Volk, dem, trotz Bismarck, das volle nationale Selbstgefühl bis jetzt vielleicht noch gefehlt hat, kehrt* siegreich, aus diesem Kriege, dem Kriege um die Zukunft des Deutschtums, als ein Herrenvolk zurück. Die Bewegung gegen alles Fremdländische, Undeutsche, die jetzt mit Macht durch Deutschland geht, ist nicht nur, ja nicht einmal vorwiegend, dem augenblicklichen Haß gegen die Feinde entsprungen; sie ist vielmehr der Ausdruck der Selbstbestimmung, die über Deutschland gekommen ist, sie ist der Anfang der deutschen Autarkie, die der Krieg ~~ selbst wenn er unglücklich verliefe! — zur Folge haben muß. Dem germanischen Gedanken, der bis jetzt fast nur in den kleinen Kreisen abergläubischer Rassenfanatiker ein mit Recht etwas mißachtetes Dasein geführt hat, blüht nach diesem Kriege eine große und schöne Zukunft; denn er braucht sich nicht mehr auf die unechten Gründe einer Wissenschaft zu stützen, die es nicht ver-

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