Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 4 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537746-3537750--3266-3542651- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student / hat für uns zunächst den Vorteil, daß unsere Unabhängigkeit gegenüber der zionistischen Organisation schon nach außen hin offensichtlich ist und#-die öfefahr, ein Anhängsel der zionistischen Organisation zu werben, nicht gegeben ist. Sie hat ferner den Vorteil, daß wir unsere bisherigen Keümethoden nicht zu ändern brauchen. Wenn einige Bundesbrüder behaupten, man würde nicht mehr keilen köniten, falls einige zionistische Korporationen im Bunde seien, denn man werde dann die anderen fragen, wie sie zum Zionismus stehen, so scheint das unverständlich. Die Gretchenfrage „Wie haltet Ihr es mit dem Zionismus?" ist auch jetzt fast regelmäßig vom Keilfuxen gestellt worden und dieselbe Antwort, die man ihm bis jetzt gegeben hat, wird man ihm auch in Zukunft geben können. Aus unserer Auffassung vom Wesen des neuen Bundes ergibt sich, daß die K. Z. V.-Korporationen aufhören, die Vertretung der zionistischen Studentenschaft darzustellen, daß sie also beispielsweise das Recht der Delegation für den Delegiertentag der zionistischen Vereinigung für Deutschland verlieren. Wir stehen auf dem Standpunkte, daß eine zionistische Vertretung der Studentenschaft nicht erforderlich ist (siehe dazu den Artikel „Karteiitagsgedanken" von Rud. Pick vor dem letzten K.T.). 3. Die bisherigen KZ.V.-Korporationen heißen Verbindungen Jüdischer Studenten Hasntonaea usw. Sie führen kein Band. 4. Die bisherigen B. J. C.-Vereine führen den Namen Verbindung Jüdischer Studenten. Im Interesse der Einheitlichkeit des neuen Kartells erschien es erforderlich, nicht Vereine und Verbindungen nebeneinander bestehen zulassen. Und wenn auch der Name „Verein jüdischer Studenten" s;ch zü einem spezifischen Begriff ausgebildet hat, wenn er auch einen hohen Traditionswert und historische Bedeutung für uns besitzt - ein Kampfruf war er zunächst gegen den Verein deutscher Studenten und bald auch ein Weckruf, der weite Kreise des deutschen Judentums aus dem Schlummer schreckte —, so glaubte das Präsidium doch der Aenderung in den Namen „Verbindung Jüdischer Studenten", wenn auch nicht ohne Widerstreben, zustimmen zu sollen. Denn einmal halten wir die Aenderung nicht für so erheblich; ob Verein oder Verbindung, die jüdischen Studenten bleiben dieselben und auf sie kömmt es an. Sodann bedeutet die Aenderung für unsere Aktiven keine Konzession; sie sehen kein Bedenken, den verbindungsartigen Charakter unserer Korpo-