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Der jüdische Student · 1914-06-25 · Heft 3 (25.6.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 3 (25.6.1914)
Date
1914-06-25
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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Der Judische Student Stimmung neben enger, kameradschaftlicher Bundesbrüderlichkeit zur Folge hat. Die R -A. verkörpert eine frische und freudige, dabei disziplinierte und tat- und kampfbereite Art des V.J. St-ers. Wir glaubten, diesen Typus beibehalten und die Möglichkeit einer gleichartigen Erziehung auch für die Zukunft sichern zu sollen. Wir wußten auch, daß durch die Vereinigung von Korporations- und Ruderbetrieb weder die studentische noch die jüdische Ausbildung der Ruderer leiden, sondern beides durch die geschilderten Vorzüge der Ruderei verbürgt sein würde. Das Präsidium sprach sich für die Erhaltung der R.-A. aus und gab uns durch die Ueberweisung von Bundesbrüdem, die von den Berliner Vereinen Generaldispens erhielten, und durch die Uebertragung der Disziplinar-Gewalt die Möglichkeit, zunächst nach innen einen eigenen Korporationsbetrieb durchzuführen. Da die Ueberwindung vorhandener Widerstände viel Zeit in Ansprach nahm, konnten wir die Umgestaltung nicht gut vorbereiten. Trotzdem — ein Beweis für die Richtigkeit unserer Entscheidung — beginnt das Semester durchaus zufriedenstellend. Wir haben neben 4 regelmäßig teilnehmenden Inaktiven und 8 aktiven Burschen bisher 4 neue Füxe, nämlich med. Locker aus Berlin, med. S i n d 1 e r aus Düsseldorf, iur. B e s s I e r aus Düsseldorf und pharm. Schmeidier aus Berlin. Wir wissen genau, daß wir bei richtiger Keiiarbeit, besonders, wenn wir nach außen mit der R.-A. keilen können, ständig mit einem erheblichen Zuwachs rechnen können. Unsere Chargen besetzten Hans C o h n als;<> Ludwig Jacobi als X.X und S.W. F. M. ist Bieber, Ruderwart Li e mann, F.W. Froehlich, K. W. G o 1 d b e r g. Der Zusammenhang unter den Bundesbrüdern ist bereits recht gut. Dabei konnten wir bisher noch nicht einmal alle Vorzüge des Ruderns richtig ausnutzen: fast alle unsere Leute sind Anfänger, so daß sich die Ausbildungszeit besonders lange hinzieht. Die Schwierigkeiten werden vermehrt durch die Unzulänglichkeit unseres Bootsmaterials. Auch wenn wir den von uns bestellten Riemenzweier Anfang Juni erhalten werden, kommen wir noch nicht recht aus. Ein Rennvierer, den wir, einem früher gefaßten Beschlüsse des Verbandes jüdischer Rudervereine folgend, anschafften, wird bei dem augenblicklichen Zustande erst in einiger Zeit für uns von Wert sein. Wir nehmen, um uns in diesem Jahr ganz der inneren Konsolidierung widmen zu können, nicht an der jüdischen R e g a t i % teil, die deswegen ausfallen wird. Den besten Ausdruck findet die Umgestaltung durch die Veränderung unserer Häuslichkeit. Wir konnten mit selbständigem Betriebe nicht in unserer bisherigen Unterkunft bleiben, wo wir neben einem engen Gemach, das für mehr als 5 Leute nur schwer ausreichte, über die Hälfte eines Bootsschuppens mit dazu gehörigem Steg verfügten, auf dem wir von der Ivria innerlich und äußerlich erdrückt wurden. So suchten wir ein neues Heim und fanden es in Oberschöneweide, Ostendstr. 25. Hier haben wir zwei Gebäude, die 5 Wohnzimmer, von denen 3 regelmäßig an Bundesbrüder vermietet sind, außerdem ausreichende Gesellschafts-, Umkleide* und Waschräume und einen Bootsschuppen enthalten. Alles das befindet

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