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Der jüdische Student · 1914-06-25 · Heft 3 (25.6.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 3 (25.6.1914)
Date
1914-06-25
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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£>er Jüdische Student 55 Organisationstalent unserer westlichen Juden, auf die straffe Erziehung und Disziplin zu öute, die wir hier bei den Preußen genossen haben- Gewiß, es hat dies der zionistischen Bewegung, die ja auch vor HerzI schon existiert hat, seit HerzI eine charakteristische Richtung gegeben und sie in neue Bahnen gelenkt. Aber heute haben das die Russen schon sehr hübsch gelernt und könnten das ebensogut macheri wie wir, wären nicht so viele äußere Hindernisse da. (Man qenke übrigens an die Statuten der Bne Mosche, welche vor nic^it langer Zeit in der „Welt" veröffentlicht wurden.) Daß das Gefühl für die Disziplin dort wohl vorhanden ist, können wir schon Vlauben. Wir müssen unseren National i $ mus mit der hebräischen Sprache beginnen, unc| das erste Ziel ist es, die hebräische Sprache unter alle begeisterten Zionisten, vor allem natürlich die Akademiker, zu tragen, bist sie dort zur Umgangssprache unter ihnen wird. Es darf ferner kein Kind zionistischer Eltern geben, weiches nicht einen gründlichen hebräischen Sprachunterricht bekommt (natürlich ibrith\ b'ibrith). Es muß eine übermächtige und anhaltende Begeisterung alle durchdrungenen Zionisten erfassen, sich das Wertvollst^ was ihnen in dem ungeheuren Entnationalisierungsprozesse entrissen wurde, wieder zu erwerben. Und sollte sich diese Begeisterung noch erwecken lassen, so könnte es auch vielleicht in einem Teil der Masse Mode werden, ihre Kinder wieder hebräisch lernen zu lassen (wie man beispielsweise auch in den liberalen Jugendbünden angefangen hat, das Hebräische zu treiben). Dies wäre dann das einzige Mittel, um die Massen an das Judentum zu fesseln, denn Theorien und Probleme taugen nur für die (der Zeit nach) allerersten Träger der Bewegung und verlieren ihre Wirkung sehr bald auch auf die intelligenten Klassen. Eine gesprochene Sprache aber taugt für alle. Sollte sich diese Begeisterung unter den deutschen Juden aber nur bei den wenigsten erwecken lassen, so müßten wir dennoch diesen Weg gehen, da es keinen anderen Weg gibt, und wenigstens ein kleiner Teil von uns würde dann Volljude werden, auch außerhalb Palästinas. (Man darf vielleicht auch den Ghettojuden des Mittelalters zwar nicht als Vollmensch, aber mit gewissem Rechte als Voll Jude bezeichnen.) Und dieser kleine Teil würde sich dasselbe Ziel nationaler Kultur i

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