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Der jüdische Student · 1914-06-25 · Heft 3 (25.6.1914) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 3 (25.6.1914)
Date
1914-06-25
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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52 Der Judische Student nationalen Wert haben und die ihm auch eine Entwicklung bis an sein selig Ende garantieren. Selbstverständlich kann er nur so an der Entwicklung Palästinas teilnehmen, wohin ihn die Liebe zur Sprache mehr als einmal in seinem Leben führen wird. Man denke an unsere Mraglim, welche sich nicht einmal mit dem jungen Geschlecht verständigen konnten. Es muß nichts Erdrückenderes für unsere Turnfahrer in Palästina gegeben haben als das ewige Schweigenmüssen, nichts Beschämenderes als die Bestürzung von Tel Awiw bei ihrem Einzüge mitdem deutschen Lied: „Wohlan, laßt das Sinnen und Sorgen". — Welchen Gang der Entwicklung aber nimmt unser B.J.C-er von heute, welche rosige Zukunft leuchtet ihm von ferne? Er beharrt bei seinen zionistischen Problemen und wird darin geleitet von zum Lernen zu alt gewordenen Alten Herren und — von seiner Agitationsarbeit, welche ja mit seiner persönlichen Entwicklung wenig zu tun hat, einmal abgesehen — er wird nach zwanzig Jahren immer noch auf demselben Flecke stehen wie heute, vielleicht seine „Welt" noch lesen, einmal ein deutschzionistisches Lied in seiner Turnriege singen, seine Kneipe besuchen etc. Das ist die Konservierung seines Zionsideals. in Wirklichkeit unterscheidet er sich in nichts von dem Assimilanten, den er so sehr bekämpft, es sei denn durch den Wunsch, jüdisch zu sein. Von einem Willen zum Judentum kann man eigentlich nicht reden, wenn dieser Wille nicht imstande ist, auch nur die ersten wirklich positiven Schritte ins Judentum hinein zu tun. Ehe ich zu den letzten Schlußfolgerungen und meinen positiven Vorschlägen übergehe, will ich erst noch einen ganz kurzen Blick auf die Entwicklung des deutschen Zionismus in seiner Gesamtheit werfen. Es ist klar, daß der Herzische Zionismus die h e b r ä i 's c h e S p r a c h e nicht brauch t e. Herzls Zionismus fing ja mit dem Judenstaat an. Das Land sollten wir sofort haben und es war nur nötig, die Leute mit „zionistischer Beweisführung" welche ihnen ihr äußeres und inneres Judenleid vor Äugen führte, zu bewegen, hinüber zu gehen. Dazu reichte diese Agitation schließlich aus und das Hauptagitaiionsmittel sollte ja der Charter sein, den Herz! so bald zu bekommen hoffte.

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