Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 3 (25.6.1914)
- Date
- 1914-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 49 Deutscp&Zlionismus und heoräische Sprache Von Georg Orkin (Be A* h/), Posen. Als man vor einigen Jahren in der His/adrut mit den hebräischen Abendkursen begann, da war/man besonders auch im B. J. C. von der Notwendigkeit überzeugt, die hebräische Sprache zu erlernen. Man stand i^nter dem Eindruck der Entwicklung des Zionismus im Osten, iWan stand untef dem Eindruck der Kongresse, welche immer mehr hebräische Reden brachten, und man sah wohl auch die Entwicklung oder überhaupt die Erschließung neuer Entwicklungsmöglichketyen in de/ Erlernung der hebräischen Sprache. / ■/ ' / . . Jetzt/dach einigen janren scheint das Interesse für die hebräische Sprache erheblich abgenommen zu haben. Man hält die Sache für riesig schwierig, ja man hat sogar Gründe gefunden, daß die Erlernung der Sprache bei uns im Golus nicht einmal wichtig, vielleicht sogar gefährlich sei./ — Ich sprach vor einiger Zeit mit einem Bundesbruder, der mitten im V. J. St-er Leben steht, über diese Dinge, und nachden^ ich, der ich etwas abseits vom V. J, St meinen Lebensgang genommen habeihm einiges Neue zu sagen schien, bat/er mich, diese Dinge doch des Breiteren im J. St zu veröffentlichen, - ' Nun, ich hatte allerdings die Frage der hebräischen Sprache iüt die wichtigst^ im deutschen Zionismus. Dann also in Gottes i4men! Das Traurigste, was wir Zionisten bei unserer ganzen Arbeit Empfinden, ist! daß wir die Dinge, weiche bei jedem unter /normalen Verhältnissen lebenden Volke die einfachsten sind und /außerhalb jed#r Diskussion stehen, für uns immer erst „be weisen'* müssen und daß aus diesem Beweis eine Begeisterung entspringen soll, die fast übermenschliche Schwierigkeiten zu überwinden hat. Aber was hilft es? — Für uns, die wir im Anfang unserer Bewegung stehen und die wir alle auf diesem Wege Zionisten geworden sind, gibt es kein anderes Mittel; später, wenn wir erst einmal die Basis zu neuen Werten auch im Golus gelegt haben, werden wir diese Beweise hoffentlich nicht mehr nötig haben. Denn für die Massen taugen sie schon ganz und gar nicht — uns dienen sie jedenfalls dazu, unnatürliche Hemmungen, welche uns vom Judentum nach fern halten und welche der Golus