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Der jüdische Student · 1914-06-25 · Heft 3 (25.6.1914) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 3 (25.6.1914)
Date
1914-06-25
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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46 Der Jüdische Student schaftlichen Sinn für piche Verfehlungen des Einzelnen völlig atrophiert und zu jener matten Gleichgiltigkeit der jüdischen Gesellschaft gegen Mischehe, Täuflinge etc. geführt, die wir bekämpfen. Unsere Vorfahren kannten noch diese starken nationalen Leidenschaften; für sie galt der Einzelne und sein Leben nichts, wenn er Wegen die Gesetze, die das Leben und die Fortexistenz der Gemeinschaft schützten, verstieß. Selbst wenn, man zugibt, daß Ijene Nachgiebigkeit hier aus guten und edlen) Regungen entspringt, so steckt doch letzten Endes soviel Schlaffheit und HalbheitAso viel Unvermögen zur Ganzheit der Leidenschaft darin. Nehmen wir uns lieber die katonische Größe unserer Vorfahren zum Vorbild, da wir ja seiber Vorbilder sein sollen und wollen! Wir \brauchen sie zur Erziehung unserer Persönlichkeiten, wir braucnen sie ebenso sehr zur Ausprägung und Erhaltung der inneren \Einheit unseres Bundes. Diese innere Geschlossenheit ist Lebensnotwendigkeit für den BJ. C Aus ihrer Erkenntnis haben wir so oft das Todesurteil über sonst liebe Bundesbrüder aus weniger wichtigem Anlaß gesprochen. Erst allmählich haben wir Aelteren diesen Amputationsbetrieb begriffen und seine Notwendigkeit verstanden; er gelte auch für den Fall der 'Mischehe. Dieses einheitliche Gepräge müßte zerfallen, wenri einzelne es aus persönlichen Gründen durchbrechen dürfen.' Die Hoheit und Autorität dieser inneren Einheit des B,j. C muß absolut sein und bleiben. Das Bewußtsein von der Notwendigkeit der Erziehung zu solch einheitlichem Fühlen und Reagieren ist jetzt im 3. J. C fast schon trivial geworden. Welch unermeßlichen Schaden muß da nicht bei unserem Nachwuchs, dem wir diesen Schwung, diese Freudigkeit des Kampfes und der Hingebung, diese Geschlossenheit des Gefühls und der Gesinnung einzuprägen versuchen, welchen Schaden, welche Verwirrung muß da diese halbe Nachgiebigkeit gegenüber der Mischehe, dieser Geist des Opportunismus hervorrufen! Diesen Schaden erachte ich tausendmal größer als jenen, daß uns ein netter, ein tüchtiger Bundesbruder verloren geht. Ganz abgesehen von dem Schaden, den der Bund dadurch nach außen hin nehmen muß. Weil wir dieses einheitliche Gepräge zu bewahren haben, deswegen äst auch die Berufung auf Mitglieder der Zionistischen Partei qua Mischehe nicht erlaubt Die Zionistische Partei als \

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