Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 2 (30.5.1914)
- Date
- 1914-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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28 Der Jüdische Student Erziehungsprodukten beider Verbände, und ferner erkannt, welche Vorteile die persönliche Zusammenarbeit von B. j. C -ern und K. Z, V.-ern für die gemeinsame jüdische Sache zeitigen kann, 2. Auch wir Aelteren haben allmählich erkannt, daß die Zersplitterung der zionistischen Akademikerschaft in zwei Verbände der jüdischen Sache schadet. Das bundesbrüderliche Band, das die Korporation um ihre Mitglieder schlingt, erweist sich auch bei uns Aelteren noch als so stark, daß es in der zionistischen Akademikerschafft zwei Heerlager schafft und die Entstehung einer einheitlichen zionistischen Gesellschaft hindert. Die Folge ist, daß wir uns bei unserer jüdischen Arbeit häufig nur schwer von so unsachlichen Erwägungen — wie .sie die Berücksichtigung der Bundesbrüderlichkeit darstellt — freimachen können, daß wir als A4itarbeiter häufig lieber einen B.J.C-er uns wählen als einen K. Z. V.-er, selbst Wenn der letztere vielleicht geeigneter wäre. Es läßt sich nicht leugnen, daß dieser Zustand eine nicht zu unterschätzende Gefahr in sich birgt» einen Dualismus in der zionistischen Organisation, der sich immer bemerkbarer machen muß, je mehr die jüngeren — korporativer erzogenen — Generationen heranwachsen und an der jüdischen Arbeit teilnehmen. Wir brauchen aber unbed ingt eine einheitliche zionistische Gesellschaft, eine durch Bundesbrüderlichkeit eng verbundene zionistische Akademikerschaft. Unsere Aufgabe — die Befreiung des jüdischen Volkes — ist so schwer, daß sie nur gelöst werden kann, wenn wir alle Energien dem wirklichen Ziele zugute kommen lassen und alle inneren Reibungen möglichst ausschalten. Unsere Aufgabe bietet uns zahlreiche schwierige Probleme, deren Lösung nur in einem Kreise einander kennender, durch Freundschaft verbundener, gleichstehender Bundesbrüder gefunden werden kann. Wir sehen es auf Kongressen und sonstigen Tagungen immer und immer wieder, wie die Arbeit darunter leidet, daß wohlmeinende, verständige, das Beste wollende Menschen aneinander vorbeireden, weil sie einander nicht kennen und einander nicht verstehen. Das soiiÄ— wenigstens bis zu einem gewissen Grade — besser werden; wir wollen wenigstens die zionistischen Akademiker Deutschlands — bis auf weite Jahre wohl noch die Führer des gesamten Zionismus — mit einem bundesbrüder-