Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1914-05-30 · Heft 2 (30.5.1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 2 (30.5.1914)
Date
1914-05-30
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537746-3537748--3209-3542592
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Jüdische Student 27 einer Verschmelzung ziemlich nahe, aber es dauerte ziemlich lange, bis er sich — gleichzeitig in beiden Verbänden und zuerst bei den Jüngeren — Geltung verschaffte. Es geschah dies schon bevor die Keilerfolge dieses Semesters dem Wunsche nach Verschmelzung neue Nahrung gaben. IL '■Im folgenden sollen die Gründe dargelegt werden, die in den Jüngeren den Gedanken der Verschmelzung erweckten und die uns Aeltern den Gedanken — nach anfänglichem Sträuben — aufnehmen ließen. L Die Jüngeren haben zuerst die Nachteile der Zersplitterung auf dem ihnen am nächsten liegenden Arbeitsgebiet, beim Keilen, gespürt. Es ließ sich nicht vermeiden, daß gerade die wertvollsten Keilfüxe, insbesondere die zionistischen oder zionistisch infizierten Keilfüxe, von beiden Verbänden am meisten bearbeitet wurden, daß man gerade die besten Keilkräfte auf diese Keilfüxe hetzte, die zwischen B. J. C. und K. Z. V. schwankten, mit der Wirkung, daß so von beiden Seiten Energieen verpufft wurden, die man besser im Kampf gegen den K. C. und die paritätischen Verbindungen hätte verwenden sollen, daß aber unter Umständen der Keilfux gerade durch die Keiltätigkeit bestimmt wurde, nicht aktiv zu werden, da der eine Verband ihn dem andern abzukeilen suchte — manchmal mit den verwerflichsten Mitteln, z. B. Abnahme des Ehrenwortes, daß er jedenfalls nicht in dem andern Verbände aktiv werden werde. Bei den Jüngeren zeitigten diese Erfahrungen beim Keifen die Erkenntnis, daß nur eine Verschmelzung beider Verbände eine Abhilfe bringen könne. Ais Beispiel sei noch erwähnt, daß man in Berlin eine wichtige Keiltätigkeit, die Bearbeitung der in der ,,Jung-Juda" organisierten Schüler, einfach aufgab, weil man sich über eine Abgrenzung der Arbeit zwischen B.J..C und K. Z. V. nicht einigen konrffe und man ohne solche Abgrenzung die Entstehung eines heftigen Stankes fürchtete. Auf der andern Seite haben die Jüngeren in den letzten Semestern auf einem Gebiete mit den K. Z, V.ern — wenigstens in Berlin — friedlich zusammengearbeitet, nämlich im Wanderbund „Blau-Weiß" und bei dieser Zusammenarbeit erkannt, wie eigentlich kaum noch ein Unterschied besteht zwischen den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.