Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 11 (1914-1915)
- Issue
- Heft 2 (30.5.1914)
- Date
- 1914-05-30
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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:/'-'> 26 . J ' Der Jüdische Student unis Keilen handelt — zu, daß unser Programm zionistisch ist. Von dem Zeitpunkte ab, wo wir dies erkannten, mußten wir uns über das Verhältnis zu dem andern zionistischen Studentenverbande, dem K.Z.V., klar werden. Jahre lang hatten wir dann als unterscheidendes Kriterium die verschiedene studentische Qrganisaiion: bei uns Vereine, ohne Satisfaktions zwang, ohne Bänder, beim K, Z. V, Verbindungen, unbedingte Satisfaktion, Bänder. Aber auch diese Unterschiede verwischten sich mehr und mehr, schon bevor der Königsberger Kartell tag die unbedingte Satisfaktion auch bei uns einführte. Schon vorher hatten unsere Korporationen nach und nach Verbindungscharakter angenommen, so daß bis auf wenige Aeuflerhchkeiien auch die äußere Struktur zwischen imsern Vereinen und den K. Z. V.-Verbindungen übereinstimmte. Schließlich hatten sich die beiden Verbände allmählich auch in der Auffassung von den Aufgaben der Korporation genähert Während die Hasmonaea — von dem österreichischen Studenten Egon R o s e n b e r g begründet — ursprünglich ihre Hauptbedeutung darin sah, die studentische Vertretung der zionistischen Organisation darzustellen und gleichzeitig ihren Mitgliedern ein studentisches Ausleben zu ermöglichen, haben sich die K.Z.V.¬ Verbindungen allmählich unserer Auffassung genähert, daß die Korporation in erster Linie eine Erziehungsaufgabe habe. Diese Annäherung kommt schon in dem Rosenbergschen Artkel im „Zionistischen Studenten44 zum Ausdruck, da Rosenberg dort auf dem gemeinsamen Boden der Erziehungskorporationen den Unterschied in der Formel „Erziehung zu m Zionismus" (B.J.'C) und „Erziehung i m Zionismus" (K. Z. V.) zu definieren sucht« Aber diese Unterscheidung ist eine künstliche, da sich Erziehung zum Zionismus und im Zionismus wohl logisch, aber nicht praktisch scheiden läßt. Die Annäherung der beiden Verbände in Bezug auf Tendenz und Organisation konnte es nicht verhindern, daß es zwischen beiden Verbänden recht häufig zu Reibereien kam, ja die Differenzen wurden häufiger und schärfer, je mehr sich beide Verbände näherten: die Arbeitsgebiete waren im wesentlichen die gleichen, und eine gemeinsame, obere Instanz, die eine Abgrenzung hätte vornehmen und Ausschreitungen hätte verhindern können, war nicht vorhanden. So lag eigentlich der Gedanke