Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1914-05-20 · Heft 1 (20.5.1914) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
11 (1914-1915)
Issue
Heft 1 (20.5.1914)
Date
1914-05-20
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3537599-3537746-3537747--3181-3542563
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Jüdische Student 3 Von Felix Rosenblüth (V.J. St. Maccabaea, V.J. St Berlin A. H,), Berlin Auf dem Ferienwochenprogramm der Berliner Kartellkorporationen liest man jetzt regelmäßig: eine Notiz, die etwa folgenden Wortlaut hat: Sonntag den 5. Aprii Wanderung Tr ef f punkt: Stadtbahnsteig Alexanderplatz 8 h.s.i Billett HL Kl. nach Königswusterhausen. M a r s c h : Nieder-Lehme, Uklei~See, Wernsdorf, Seddin-See, Fangschleuse, Erkner. Rück k u n f t: 10—1/211 abends. ■ — Kosten:! ,20 M. Führer: i. a. B. James Bileski. Jeder Wanderer hat in Wanderkleidung zu erscheinen! Zum mindesten gehört dazu: Lodenhut, weicher Kragen, Gamaschen, Stock, Rucksack, Lodencape, Feldflasche. Kocher und Proviant für den ganzen Tag mitbringen! jeder> der ein Instrument besitzt, ist verpflichtet,.es mit auf die Wanderung zu nehmen. Blau-Weiß-Liederbücher nicht vergessen. — Teilnahme ist auch für die A, H, A. H. und i. a. B. I a. B., deren Erscheinen sehr erwünscht ist, nur mit vorschriftsmäßiger Ausrüstung gestattet. Die Berliner Kartellvereine haben das Wandern in den Tätigkeitsbereich der Korporation aufgenommen. Sie rüsten sich in-den Ferien, um im Sommer über einen Stamm guter, geschulter Wanderer zu verfügen. Der K. V. Breslau ist ihrem Beispiel gefolgt. Wer nur oberflächlich hinsieht wird kaum merken, daß es sich um eine Reform des Korporat|orislebens handelt. Und doch hat unser Wandern mit dem Ausflugbetrieb früherer Zeiten wenig gemein. Die Bundesbrüder wollen „wandern44, nicht „spazieren gehen!" Sie wollen nach Art des Wandervogels oder wie man nun schon sagen darf — nach dem Vorbild des jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß" einen Tag in jeder Woche dem Leben in der Natur w i d m e n. Sie werden — durch eine gute Wanderausrüstung gegen jede Witterung geschützt, durch Abkochen und Lagern im Felde vom Restaurant befreit — an jedem Sonntag ^fund vielleicht auch manchmal wochentags) fern von Berlin in den Wäldern der Mark weilen« Das Wandern ist Pflicht, ist eine offizielle u n d r e g e I m ä ß i g e Veranstaltung der Korporation, genau ebenso wie Vortragsabende, Konvente, Fechten, Fuxenstunden. Die Führer sind Beamte der Korporation. Die Besprechung der Wanderungen, der wandertechnischen Fragen, der Wanderdisziplin ist Aufgabe des Wander-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.