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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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Lehmann, Zur Ringfrage 361 Die Propaganda wird dadurch nicht leiden. Wertvolle Menschen* wird es uns zuführen, wenn wir zeigen, daß wir nicht nur Theoretiker sind. Und das ist unsere gefährlichste Schwäche. Vorträge über das Judentum können wohl die meisten von uns halten. Wie wenige können Judentum leben. Das Judentum ist uns aus einer Sache der Feiertage eine- Sache .von Vereinen und Parteiarbeit geworden, es muß uns Alltag werden. Awoda jenudi P isch jehüdi gam beerez gam begalut. J. T o e p 1 i t z: II. Schlußwort Die vom Präsidium herausgegebene Darstellung der Ringbestrebungen läßt zwar auch unseren Standpunkt zu Worte kommen, aber etwa so, wie den Gefreiten vor «dem Wachtmeister. Das Präsidium kommentiert uns —- ein bißchen spitz —, es urteilt abschließend, ohne daß wir replizieren können, und rüffelt uns, unter Weglassung seines, unsere Ehre verdächtigenden, die Diskussion einleitenden Briefes vom 5. August,*) wegen unseres, groben Tones. *) Der Brief lautete: Berlin, den 5. August 19 An alle Kartellorganisationen. . Wie uns mitgeteilt wird, hat die V. J. St. Zephirah, Breslau,, einen Beschluß gefaßt, der die Ringbildung fordert, und den Kartellorganisationen durch Rundschreiben hiervon Mitteilung macht. Das Präsidium hat dieses Rundschreiben noch nicht erhalten. Dagegen ist bereits ein im Auftrage zahlreicher Bundesbrüder von der Zephirah erhobener Protest bei uns eingelaufen, der die Gültigkeit dieses Beschlusses1 anficht und mitteilt, daß der Beschluß, der - nicht auf der Tagesordnung gestanden hatte, unter Eventualia gefaßt worden ist.--Aus anderen Mitteilungen müssen wir entnehmen, daß die Vorgänge, die zu diesem Beschluß geführt haben, offenbar sehr zweifelhafter Natur gewesen sind. Andererseits ist das Rundschreiben, das den Beschluß auf Ringbildung mitteilte, im national-jüdischen Jugendamt vervielfältigt und damit sofort der gesamten interessierten . jüdischen Oeffentlichkeit bekannt geworden, woraus Rückschlüsse auf das Verantwortlichkeitsgefühl der beteiligten Bundesbrüder gezogen werden können. Wir machen diese Mitteilungen, um zu verhindern, daß Ihr das Rundschreiben der Zephirah zur Grundlage eigener Beschlüsse macht. Wir können uns, da wir die Begründung des Breslauer Beschlusses nicht kennen, auf eine -sachliche Aeußerung heute nicht einlassen. Jedenfalls ist uns der Beschluß der Zephirah umso überraschender gewesen, als er mit den gegenwärtigen äußeren Erfolgen und der inneren Lage des Kartells, die sich weiter befestigt hat, in scharfem Widerspruch steht. Wir werden Euch überden Verlauf der Angelegenheit weiter unterrichten. Die sachlichen Behauptungen des Rundschreibens sind durchaus zutreffend. Der Beschluß über die Ringbildung ist tatsächlich auf. dem Schlußkonvent der Zephirah gefaßt worden, ohne daß er vorher auf die Tagesordnung gesetzt oder dem Erstchargierten Deutschmann von dem beabsichtigten Antrag Mitteilung gemacht worden war. Der Beschluß ist auch tatsächlich im National-jüdischen Jugendheim vervielfältigt worden. Er ist auch Nicht-K. J. V.-ern bekannt gewesen, obgleich heute natürlich nicht mehr festgestellt werden kann, ob er durch ^die Veröffentlichung im Jugendheim in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. Das Präsidium?,

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