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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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350 Die Eritchargierfentagung vorhandenen knappen Literatur. Die Literatur ist Ruppin, Die Juden der Gegenwart, Kaplun-Kogan, Die jüdischen Wanderungen (2 Bände), Leo .Rosenberg, Die Juden in Litauen und Aufsätze im Juden-Studenten und/ den Neuen Jüdischen Monatsheften und einige Schriften des Vereins für Demographie und Statistik der Juden. d) Das K. J. V. im Rahmen der zionistischen Bewegung. Unter diesem Namen ordnen wir ein Gebiet ein, das ein Grenzgebiet des Unterrichts «und der allgemeinen Erziehung bildet. Hier soll von einem besonders reifen Bundesbruder, am besten dem, der die gesainte Erziehung überwacht, über folgende Fragen etwa gesprochen werden: K.J.V. und Jugendbewegung; Politik und K. J.V.; K.J.V. und Hapoel Hazair und Poale Zion, K. J. V. und zionistische Organisation, K. J. V. uüd soziale Arbeit. In diesem Rahmen soll das Wertvolle, aber nur das Wertvolle dessen behandelt werden, was die frühere Kommentfuxenstunde gegeben hat. Zum Schluß noch einige allgemeine Bemerkungen. Es wurde schon darauf hingewiesen, daß bei dem Unterricht nicht nach dem Alter, sondern nach dem Maß der Vorbildung izu scheiden ist. Bei den älteren Bundesbrüdern hat die eigene hebräische Arbeit immer mehr in den Vor*- dergrund zu treten; bei ihnen soll auch im allgemeinen die Außenarbeit etwa im Volksheim oder im Hapoel-fia'zair, beginnen, die ja zweifellös auch erzieherisch auf den Arbeitenden wirkt. Eine kritische Erkenntnis ist auch in der Frage der Disziplin notwendig. Disziplin soll heißen: die Menschen müssen zum Urteil gebracht werden und an das Urteil des Bundes sind alle gebunden; Disziplin soll heißen: absoluteste Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit in übernommenen Aufgaben. Das ist aber auch alles; diese Disziplin ist zugleich wahre Freiheit. Wir brauchen aber keine Gradabzeichen, die nicht nur unschön und überlebt sind, sondern auch die Gefahr in isich bergen, einen Glanz zu verleihen, der nicht immer wieder durch' eigene Arbeit verdient wird. Darum bin ich für Abschaffung der Grade: Fux, Bursch, Inaktiver, Alter Herr. Statt dessen scheiden wir zwischen Gästen und Bundesbrüdens (aktiven und inaktiven). Selbstverständlich muß einer erst ganz zu uns gehören, ehe er an allen Entscheidungen teil hat. Der Gast wird als Bundesbruder frühestens nach einem Semester aufgenommen, dann aber . mit allen Rechten und Pflichten. Die Aufnahme 'als Bundesibruder hat an sich nichts mit dem Examen zu tun, über das gleich zu sprechen seih wird. Jemand kann das' Examen bestehen und bleibt Gast. Es sollte aber niemand aufgenommen werden, der die Prüfung nicht bestanden hat. Jeder einzelne Bund hat einen Leiter, der die Disziplinargewalt in dem oben besprochenen Sinn hat. Die Disziplinarmittel können dieselben bleiben wie bisher. Der Ehrenrat insbesondere soll bestehen bleiben. IV. Prüfung der Gäste Ein Examen wird im K.J.V. beibehalten, weil nur so eine Möglichkeit besteht, zu prüfen, ob wirklich der kenntnismäßige Stoff angeeignet worden ist. Ein Examen kann aber natürlich nur eben das Wissen feststellen. Ob ein Bundesbruder wirklich vom Zionismus erfaßt ist, kann man auf alle andere Weise besser erfahren. Daraus folgt, daß das Examen ein Mündestwissen feststellen soll. Das Examen umfaßt: zionistische Theorie und Geschichte, soziale Lage der Juden; Palästinakunde, jüdische Geschichte. Es wird die Lektüre folgender Schriften vorausgesetzt: 1. Zionistische Theorie und Geschichte: Moses Heß, Rom und Jeru-* salem; Pinsker, Autoemanzipation; Mathias Acher, Die jüdische Moderne; Aehad Haam, Ausgewählte Aufsätze; Theodor Herzi, Zionistische Schriften; Buber, Ausgewählte Aufsätze aus der „Jüdi- - sehen Bewegung und dem Geist des Judentums" die drei Reden»

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