Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1919)
- Date
- 1919-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Die Erstehargiertentagung lidher" Arbeit eingehalten wird. Da, wie gesagt, die Voraussetzungen Vorläufig noch nicht gegeben sind, so wird im Examen der Unvorgebildeten, iflb er das am Schluß berichtet wenden wird, Hebräisch no~h nicht geprüft. Das Präsidium des K. J. V. wird aber dem nächsten Kartelltag einen Beschluß vorlegen, demzufolge ein späteres Examen eingeführt werden soll, das sich nur auf Hebräisch erstreckt (vgl. V). Immernin sind auch heute schon die älteren aktiven oder inaktiven Bundesbrüder der größeren Korporationen imstande, die Forderungen, die dort gestellt werden, zu erfüllen. Damit wird sich allmählich Wesentliches in der Art unserer Erziehung ändern. Während es uns früher nur möglich war, Bücher über jüdische Kultur zu lesen, werden wir^allmähiich imstande sein, zu den Quellen selbst zu dringen. b) Jüdisches Schrifttum. Bei der Beschäftigung mit dem jüdischen Schrifttum muß man sich vor einer Gefahr hüten. Es kann nicht Aufgabe eines Bundes sein, eine Art Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums darzustellen. Hier darf man Dilettant, Liebhaber, sein, was natürlich die Gründlichkeit der Beschäftigung nicht ausschließen soll, was nur hüten soll vor Banausentum. Es wird sich darum handeln, als lebendiger Mensch die Bibel zu lesen und so auch dann Teile der späteren Literatur. Damit gelangt man zu einer neuen Art der jüdischen Abende.*) Sie sind so zu geben, daß alle Beteiligten vorher die betreffenden Abschnitte aus der Bibel oder der anderen Schriftsteller übersetzt und gelesen haben und daß dann einer, der es besonders versteht, die betreffenden Stellen .interpretiert und zugleich in ihren Zusammenhang hineinstellt. c) Jüdische Geschichte. Diese Abende können aber auch eine etwas strengere «Form haben. 'Man kann z. B. an solchen Abenden oder auch in fortlaufenden Kursen jüdische Geschichte so treiben, daß man sich einen knappen Abschnitt aus ihr erwählt und nun nicht nur die Bücher liest, die über diesen Abschnitt geschrieben worden sind, sondern wirklich an die Quellen selbst herangeht. Auch hier wird keine Wissenschaft des Judentums doziert, man wird sich die Gebiete derart wählen, daß sie in einem engen Zusammenhang zu den uns bewegenden Fragen stehen (was freilich von fast allen Teilen der Bibel gilt, wenn einer nur recht liest), iZ. B.: „Die Vertreibung, das babylonische Exil und die Heimkehr" (dazu wären etwa zu lesen: Jeremia, Klagelieder, Psalm 137, Stücke aus Ezechiel. Jesajas Kap. 40 ff. Psalm 126, die Bücher -Esra und Nehemia), oder: „Die soziale Gesetzgebung der Juden" (dazu die entsprechenden Abschnitte in den Fünf Büchern Moses' und etwa als Hilfe die kleine Schrift von Buhl: Die sozialen Verhältnisse der Israeliten). Aehnliche Themen ließen sich natürlich in großer Zahl auch aus der Literatur der spanischen und späteren Zeit finden. Selbstverständlich ist diese Art der Beschäftigung mit der indischen Geschichte kein Ersatz für den Versuch, sich mit Hilfe der wissenschaftlichen Literatur, die es über die jüdische Geschichte gibt, ein Bild über den Gesamtverlauf der jüdischen Geschichte zu erarbeiten. Darüber unten (Näheres. III. Unterricht Notwendig ist alles das, was in diesen Rahmen fällt. Hier handelt es sich darum, den Bundesbruder zu befähigen, mit Kritik und Verständnis an dem aktiven zionistischen Leben teilzunehmen. Die Gebiete, die es hier sich anzueignen gilt, können wir folgendermaßen gliedern: 1. Theorie des Zionismus und Geschichte; 2. Palästinakunde; 3. Soziale Lage der Juden; 4. Das K. J.V. im Rahmen der zionistischen Bewegung und ein Grenzgebiet. . *) Im nächsten «Heft der Blau-Weiß-Blätter. findet sich ein Aufsatz, der einen solchen Abend darzustellen sucht.