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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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346 Ltepmann, Die Erstchargiertentagung Blau-Weiß -stände ihnen die Jugend Vorurteils- und zugleich kritikloser gegenüber. Kommen sie ins K. J.V., fänden sie naturgemäß viel größeren Widerstand. Im K. J.V. müßte ihre Auseinandersetzung mit allen jüdischen Kulturproblemen stattfinden, hier müßten sie zur völligen Klarheit über ihren Zionismus gelangen. Der Einwand, sie könnten nicht argumentieren, wäre hinfällig, denn bei anderen Dingen, z. B. Sozialismus» Jugendbewegung usw., könnten sie es sehr gut. Der Blau-Weiß lehnt das K. J. V. ab, nicht so sehr deshalb, weil er vieles dort findet, was ihm mißfällt, sondern weil er vieles nicht findet, und das liegt wieder am. KJ.V. — Sehr lange und ausführlich wur.de dann über das Semesterprogramm gesprochen. Bbr. Buchholz hielt ein ganz ausgezeichnetes Referat über Unterricht und Erziehung, über dessen Inhalt ich, da es» gedruckt wird*), nicht zu referieren brauche. lieber den Kommentunterrieht sprach Bbr. Perl, der ausführte, daß der Kommentunterricht, wie er früher gegeben worden sei* keinen Platz mehr bei uns habe. Er gab 'eine kurze, schematische Uebersieht über alle Fragen, deren Besprechung im Kommentunterricht er für nötig Melt.**) Dann folgte S t e i n' s Referat über Formen, das ebenfalls gedruckt vorliegt.***) Als letzter Referent sprach Bbr. Bileski über Turnen und: Sport. Für diese Dinge herrsche im Kartell viel zu wenig Interesse. Es müßte viel mehr Nachdruck hierauf gelegt werden als bisher, gleichgültig, ob mehr auf das Turnen oder mehr auf die sportliche Ausübung. Die Hauptsache sei, daß auf diesem Gebiete von Seiten der einzelnen Verbindung gen irgend etwas getan wird. Gemeinschaftsbildend wirkten auch, so» meinte er, der Mannschaftssport und damit im Zusammenhang Turnspiele; Dinge, die ohne besondere Kenntnis und größeren Apparat (auch im Winter!) durchaus möglich seien. Aeußerst wichtig sei ferner unsere Mitarbeit in der Turnerschaft. Wir müßten mit der Turnerschaft gemeinsam arbeiten; dort könnten wir fruchtbarste Jugendarbeit leisten. Die Tur - nerschaft muß Jugendbewegung werden. Ihr fehlen aber die Führer, und das liegt am Versagen des K. J. V. B1 u m e n f e 1 d schloß dann mit einer kurzen Schlußrede die Tagung. Freiburg i. Br.________Walter Liepmana Referate Erziehung und Unterricht im K. V. i. Grundlagen für die künftige Gestaltung****) Man kann die Wirkungen, die in dem Zusammenleben eines Bundes auf ein Glied ausgeübt werden, vielleicht dreifach ordnen nach Art der ausgeübten Wirkung und nach dem Wert, der jeder dieser Wirkungen zukommt. Selbstverständlich trennt solche Gliederung ein Zusammenhängendes: es bestehen also Uebergänge, I. Erziehung im weiteren Sinne Entscheidend wird immer die Wirkung sein, die das gesamte: Zusammenleben eines Bundes auf jedes seiner Glieder ausübt, das, wasman allein den 'Geist des Bundes nennen darf. Der wird sich äußern in der Art ihres Beieinander, gewiß auch in dem, was ihnen wesentlich öder unwesentlich erscheint. Es ist glücklicherweise „charakteristisch für dfe Entwicklung, die das K. J. V. genommen hat, daß die äußeren akademi- *) S. u. *■*) Vergl. S. 351 ff. .***) VergL S. 353 ff. ***•) Der Aufsatz gibt im wesentlichen das Referat der Erstchargiertentagung wieder; nur einige neue Vorschläge sind hinzugefügt worden.

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