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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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Lieptnann, Die Erstchargiertentagung 345 rem Auge als bisher heranzugehen und zu versuchen, dem Mißtrauen, das %s jetzt in nur alizustarkem Maße auf beiden Seiten bestand und das zum "großen Teil auf Mißverständnissen und Mißverstehen, d. h. Nicht-Ver- -stehen-Wollen beruhte, ihrerseits ein Ende zu machen. Und dieser Wille, der unzweifelhaft ganz stark vorhanden war, ist mir mit das beste Zeichen, daß das K. J. V. auf dem besten Wege ist, eirflieitMch und Mittelpunkt dei jüdischen Jugendbewegung zu werden. Die eigentliche Tagung begann am Sonnabend mit einem Begrüßungsabend, auf dem Blumenfeld die Ansprache hielt. Am Sonntag Morgen fanden sich die Delegierten ta Bootshause des Ruder-V. J.St. zusammen, und hier zeigte sich, was von jüdischem Geist erfüllte Jugend auch auf sportlichem Gebiet zu leisten imstande ist. Am Nachmittage begannen die Verhandlungen. Arthur S t e i n gab den Präsidiurnsberioht, aus dem hervorging, daß zwar im Präsidium noch nicht alles getan ist, was zu tun erforforderMch war, aber daß doch ein starker Aufschwiung und Fortschritt unbedingt zu verzeichnen ist, besonders, wenn man bedenkt, unter welch •ungeheuren Schwierigkeiten, besonders rein organisatorischer Art, das Präsidium sein Amt übernommen hat. Besonders interessant waren seine Ausführungen über den K. C. und die paritätischen Verbindungen, die langsam aber sicher immer mehr zu der Einsicht kommen, daß sich das Ver- :bindungsleben nicht mehr .in Kneipe, Couleur und Menstur erschöpfen kann. Dann sprach Blumenf eld über K. J.V. und Jugendbewegung. Er wird über die gleiche Frage auf dem K. T. sprechen. Der Wortlaut wird im J. St. veröffentlicht werden. Dann gab Bbr. K a t z, als Leiter des Jugendressorts, den Bericht Über die Jugendorganisationen. Er betonte besonders die Notwendigkeit des Zusammengehens und der engeren Fühlungnahme des K. J. V. mit den anderen Jugendorganisationen, hauptsächlich mit dem Blau-Weiß, und gab hier die Anregung zu national-jüdischen Juigendabenden, in denen die national-jüdische Jugend zusammenkommen solle, um durch Vorträge und Aussprachen allmählich ein näheres Verhältnis der verschiedenen Vereine erreichen. Im Zusammenhang damit betonte er die unbedingt nötige Gründung von Sdiülerverbindungen und Wand er vereinen, wo dies nach den Lokalverhältnissen möglich und bis jetzt noch nicht geschehen sei. Denn es sei doch klar, daß unsere Erfolge (vor allem der Qualität nach) um so größer sein werden, je früher es uns gelinge, an die Jugend heranzukommen und sie in unserem Sinne zu beeinflussen. Er sprach weiter von der Notwendigkeit, an größeren Orten eine hebräische Sprachsdhule zu gründen; die Mittel, um einen Lehrer zu besolden, denn das dürfte die Hauptschwierigkeit sein, muß man von der Gemeinde und der Assimilation zu bekommen suchen. In der Diskussion wurde dann sehr viel über .unsere Mitarbeit in den neutralen Jiuge ndb ün d e n gesprochen. (Besonders Blnmenfeld und Landauer warnten eindringlich davor. Arbeit in neutralen Jugendvereinen, positive, fruchtbringende Arbeit, sei nicht möglich; deshalb müßten wir sie lassen. Während früher die BejaMng des Bewußt-Jüdischen die Entscheidung war, Ist heute das Kriterium die Einheit des Judentums, die gemeinsame Zukunftshoffnung. Das übernehmen die Anderen nie. Wir zionisieren diese Leute nicht, sondern philozionisieren sie nur und dann fallen sie uns in den JRücken. Es besteht die große Gefahr, daß unsere Leute, die in diesen Vereinen arbeiten, Salon-Zionisten und lauwarm im Zionismus wen den. Propheten zu lesen ist kein Zionismus. Nur bei Aktionen mit objektiven Zielen (Schulverein, Palästina) sollten wir mit ihnen zusammengehen, nicht aber innere Arbeit in diesen Jugendorganisationen leisten. Was den Blau-Weiß betrifft, so meinte Blumenfeld, daß die Blau-Weißen das K. J. V. mit Recht ablehnten, da sie sähen, daß bei uns nur partteil, nicht aufs Ganze gerichtet, «gearbeitet wurde, Es muß den älteren Blau-Weißen, die zur Universität, gehen, gezeigt werden, daß ihre Arbeit und ihr Schick- .sal im K. J. V. liegen, liier müssen sie wirken und lernen zugleich. Int

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