Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1919)
- Date
- 1919-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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344 Liepmann, Die Erstehargiertentagung Berlin 195 Knaben und 175 Mädchen, ferner in der Jugendabteilung der Ivria 25 Knaben, in Frankfurt a. M. 70 Knaben und 100 Mädchen, in, Hamburg 210 Knaben und 194 Mädchen,, in Kattowitz 83 Knabem und 35 Mädchen, insgesamt etwa 1350 Jugendliche, organisiert. Deirirgegenüber haben sich z. B. in Berlin durchschnittlich fünf K. J.Y.-er an der Arbeit beteiligt. Es war unmöglich, in Berlin, wo allein mehrere hundert Alte Herren ständig anwesend sind, zehn Bundesbrüder als Führer vom Jugendabteilungen zu gewinnen! Die Leitung des deutschen Kreises der Turnerschaft ist stark vonr K. J. V.-ern beeinflußt, aber auch hier ist es nicht möglich gewesen, die: für den notwendigen Ausbau erforderlichen Kräfte zu gewinnen. Ein neues Tätigkeitsfeld der Turnerschaft ist die zunächst in Berlin erfolgreich in Angriff genommene Arbeit unter den Ostjuden, deren Ausdehnung auf aridere Orte geplant ist. Die Berliner, zufriedenstellend arbeitende OstjudeniAbteilung des Bar-Kochba wird von Bunlesbrüdern gerleitet. Das Präsidium arbeitete in enger Verbindung mit dem Kreisvorstand; der Turnerschaft. Es suchte Kräfte aus denx K. J.V. heranzuziehen, wies» die Turnerschaft auf vorhandene Möglichkeiten hin und bemühte sich,., durch unmittelbare Einwirkung auf die Bundesbrüder den Bedürfnissen.: der Turnerschaft nach Möglichkeit gerecht zu werden. B i 1 e s k l Die Ersfchargierfenfagung Bericht Jeder, der von auswärts zur Tagung gekommen ist, wird sich wohl die Frage vorgelegt haben, ob sich diese Tagung der Erstchargierten aller Kartellverbindungen gelohnt hat und ob etwas oder was dabei herausgekommen ist. Ich möchte diese beiden Fragen restlos bejahen. Einmal hat sich diese Tagung nicht in uferlosen Diskussionen verloren, sondern sie hatte wirklich positiv praktische Erfolge, indem besonders die auswärtigen Delegierten für ihre Verbindungen tatsächliches Material und praktische Anregungen mitgenommen haben, die für die Ausgestaltung des ganzen Verbindungslebens und der Verbindungsarbeit maß- und richtunggebend sein werden. Aber abgesehen von diesen rein technischen, organisatorischen und konkreten Dingen scheint mir die Erstchargiertentagung etwas viel Wesentlicheres gezeigt zai haben. Und das war der Geist, unter dem diese Tagung stattfand, und der himmelweit verschieden war von dem des letzten Kartelltages. Es wurde bei uns im Kartell bis jetzt so viel von Ein- 'heit a?uf der einen Seite und auf der anderen Seite von rein organisatorischer Zusammenfassung gesprochen. Hier auf dieser Tagung (hat siefr wirklich ganz unzweifelhaft erwiesen, daß die Einheit des K. J. V. kein bloßes Phantom ist, sondern wirklich besteht. Diese Einheit war keine gesuchte und extra gemachte, sondern sie war wirklich vorhanden, und jeder, der mit wachen Augen die Tagung mitgemacht hat, wird sie wohl auch unleugbar verspürt haben. Und hier sind zwei Momente mir ganz besonders aufgefallen: daß man nämlich über die Ringbildung überhaupt nicht gesprochen hat, weil uns allen diese Frage als zu unwesentlich und nebensächlich erschien, als daß wir stundenlang darüber debattiert hätten, und dann das Verhältnis des K. J. V. zum Blau-Weiß. Ich komme auf diese Frage und die Tagung selber gleich zu sprechen. Während beim Kartelltag sowohl wie noch lange Zeit nachher das Verhältnis des Einzelnen sowohl wie die Stellung des K. J. V. in seiner Gesamtheit — mit Ausnahme derjenigen selbstverständlich, die entweder selbst in der Bewegung oder ihr wenigstens nahestanden, und das waren nicht allzu viele —, ein recht gespanntes und zum Teil schroff ablehnendes war, hat sich hier gezeigt, daß wohl die weitaus überwiegende Mehrzahl der Bundeisbrüder mehr und mehr bemüht ist, an die Frage K. J. V. und Blau-Weiß mit liebevolle-